Interessante, religiöse Themen sendet der ORF in den kommenden Tagen. So wird der Frage nachgegangen "Was befähigt Beamte, Glaubensüberzeugungen zu beurteilen und darüber zu richten?" oder wenig Bekanntes über Kardinal Schönborns Jugend in Schruns wird berichtet.

Religionstest für Asylwerber: Wenn Gläubigen nicht geglaubt wird
Orientierung
19. Jänner, 12.30 Uhr, ORF 2
21. Jänner, 9.30 Uhr, ORF III
25. Jänner, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Asylwerber Hashem Arefi bangt um seine Zukunft. Denn er soll einen Schritt zurück in seine Vergangenheit machen und in den Iran abgeschoben werden. Von dort flüchtete er vor mehr als vier Jahren, weil er das Christentum für sich entdeckt hatte und dies der Religionspolizei sehr missfiel. 
Hier in Österreich konvertierte er zum Christentum. Bischof Benno Elbs sowie Stefan Biondi, Pfarrer von Feldkrich-Tisis, schätzen Hashem Arefi als glaubwürdigen Christen ein. Die österreichischen Behörden jedoch nicht. Ein negativer Bescheid durch alle Instanzen war die Folge.

Können Beamte das beurteilen?

Was viele nicht verstehen: Was befähigt Beamte, „Herzensangelegenheiten“ wie Glaubensüberzeugungen zu beurteilen und darüber zu richten? Wie kann es sein, dass einem, der regelmäßig Gottesdienste besucht hat, steter Gast in Bibelrunden war und sich in der Pfarrgemeinde in Tisis vielfach engagierte, sein Bekenntnis zum Christentum nicht „abgenommen“ wird?
Die „Orientierung“ war in Vorarlberg und Oberösterreich auf Lokalaugenschein, hat mit Christoph Pölzl, Sprecher des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, der Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser und Friederike Dostal, der Leiterin des Koordinationsbüros für Katechumenat und Asyl der Österreichischen Bischofskonferenz, über Hashem Arefi und die “Religionsprüfungen” im Asylverfahren gesprochen.

Bericht: Marcus Marschalek, Länge: acht Minuten

 

Kardinal setzt Akzente: Erzbischof Christoph Schönborn wird 75
Orientierung
19. Jänner, 12.30 Uhr, ORF 2
21. Jänner, 9.30 Uhr, ORF III
25. Jänner, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Am 22. Januar 2020 feiert Kardinal Christoph Schönborn seinen 75. Geburtstag, 2020 darf er auch auf eine Amtszeit von 25 Jahren als Erzbischof von Wien zurückblicken. Im Oktober 2019 hat Schönborn - das muss jeder katholische Bischof anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstags tun - sein Rücktrittgesuch bei Papst Franziskus eingereicht. Es ist noch nicht abzusehen, ob und wie lange der gesundheitlich angeschlagene Erzbischof sein Amt weiter ausfüllen wird.

Die „Orientierung“ zieht Bilanz: Schönborn, ein als konservativ geltender Theologe, wird 1995 als Krisenmanager ins Amt berufen. Erste große Aufgabe ist die Aufarbeitung der Missbrauchsaffäre um seinen Amtsvorgänger Kardinal Hans Hermann Groer. Reformforderungen, Kirchenvolksbegehren, viele Kirchenaustritte prägen diese erste Phase seiner Amtszeit. In den 2000er-Jahren kommt die Pfarrerinitiative seines ehemaliges Generalvikars Helmut Schüller mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ hinzu.
Schönborn, ein Schüler Joseph Ratzingers, vertritt unzweideutig die römische Lehrmeinung, ohne das Gespräch mit Kritikern abreißen zu lassen. Im Lauf seiner Amtszeit zeigt sich aber eine Hinwendung zu einer offeneren Seelsorge, die für viele einst Ausgegrenzte, wie etwa wiederverheiratete Geschiedene oder Homosexuelle, vorsichtig einen Platz in der römisch-katholischen Kirche sucht. Damit - und mit seiner Haltung in der Missbrauchsfrage und in der Flüchtlingsfrage - setzt Schönborn Akzente, die auch in der Weltkirche stark wahrgenommen und nach der Wahl von Papst Franziskus 2013 sogar richtungsweisend werden.

Bericht: Peter Beringer, Länge: acht Minuten

 

Teenager- und Studentenjahre eines Kardinals – Wenig Bekanntes zum 75. Geburtstag von Kardinal Christoph Schönborn
Lebenskunst
19.1.2020, 7.05 Uhr, Ö1

Kardinal Christoph Schönborns sudetendeutsche Familie wurde Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem tschechischen Leitmeritz vertrieben, der spätere Kardinal und seine Geschwister wuchsen in Schruns auf. Nach der Matura trat er in den Dominikanerorden ein und studierte Theologie. 1970 weihte Kardinal Franz König Schönborn zum Priester.

Johannes Kaup hat mit dem Wiener Erzbischof ein längeres Gespräch geführt, in dem dieser auch Einblick gibt in einen Lebensabschnitt, der sich fernab aller Prominenz und Öffentlichkeit zugetragen hat und darum wenig bekannt ist: seine geistige und religiöse Entwicklung als Teenager und Student. Sie hat in den 1950er Jahren stattgefunden – und in den Jahren der beginnenden Studentenrevolution, mit der der später als Besonnener bekannte Geistliche anfangs durchaus sympathisierte.

 

Kardinal Christoph Schönborn - Hirte und Krisenmanager
kreuz und quer
21. Jänner,  22.35 Uhr, ORF 2

Mit seinem 75. Geburtstag muss Kardinal Christoph Schönborn seinen Rücktritt aus Altersgründen einreichen. Damit wird in absehbarer Zeit, sobald der Papst das Rücktrittsgesuch annimmt, für die katholische Kirche in Österreich eine Ära zu Ende gehen. Schönborn stammt aus einem Adelsgeschlecht - und wurde doch Bettelmönch: 1995 trat der Dominikaner sein neues Amt als Erzbischof von Wien an - in den turbulenten Zeiten der Krise um seinen Vorgänger Kardinal Hans Hermann Groer, 1998 wurde er zum Kardinal ernannt.

Der als moderat konservativ geltende Ordensmann erwies sich bald als kirchlicher Krisenmanager - und überraschte seine Kritiker mit reformorientierten Entscheidungen, kompromissloser Aufklärung der kirchlichen Missbrauchsskandale und seinem Zugehen auf Randgruppen wie HIV-positive Menschen. Das Portrait zeigt Herkunft und Werdegang Christoph Schönborns, sein Bestreben, die auseinandertriftende Herde der Gläubigen zusammenzuhalten - und lässt Weggefährten sowie Kritiker zu Wort kommen.