Was man als „Mensch mit geringer Lebenserfahrung“ aka Jugendlicher anno 2017 von der Heiligen Jungfrau Maria lernen kann? Erklärt Papst Franziskus im Vorlauf des diözesanen Jugendtags am 9. April in einer Videobotschaft.

Maria, keine Sofa-Jugendliche

„Es liegt mir […] am Herzen, dass ihr […] nicht nur die Vergangenheit im Gedächtnis behaltet, sondern auch Mut in der Gegenwart und Hoffnung für die Zukunft habt“, sagt Franziskus da – und erläutert am Beispiel Marias, was er meint: Eine junge Frau, die gerade die nicht eben alltägliche Nachricht erhalten hat, dass der Vater im Himmel höchstselbst sie zur Mutter seines Sohnes zu machen gedenkt, zieht sich nicht erschüttert zurück, sondern marschiert 150 Kilometer weit zu Fuß zu einer Cousine, die selbst ein Kind erwartet. „Maria ist keine Sofa-Jugendliche“, nennt das der Papst – will sagen: Maria ist eine, die sich nicht darum schert, ob andere sie (oder sie sich selbst) für fähig genug halten oder nicht. Sie läuft los und ist zuversichtlich, dass sich alles richten wird – der Herr steht ihr schon bei. Ihr Magnificat „Der Herr hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49) – Titel dieser Papstbotschaft – sei dessen Quintessenz: Maria übersetzt das, was sie in der Vergangenheit von Mutter oder Großmutter gelernt hat – Gebete, Lieder – in die Gegenwart und hält damit einen Kompass für ihre Zukunft in der Hand.

Erfahrungen als Schatz

Das wünscht Papst Franziskus auch jungen Menschen heute: Erfahrungen – die „guten“ wie die „dunklen“, die eigenen wie die von Eltern und Großeltern – seien ein Schatz, den es zu bergen und zu hüten gelte. Auch, wenn einem manches (Groß-)Elternwort auf dem Weg in die eigene Unabhängigkeit eher sperrig erscheint: Seine Ursprünge zu kennen sei die Basis, um „Hauptdarsteller“ der eigenen Geschichte zu werden und die Zukunft in die Hand zu nehmen.

Statt YOLO

Klingt kryptisch? Ist es nicht: Was der gute Mann meint, ist, dass alles YOLO auf Dauer ziemlich farblos bleibt (= das 7263. Partyselfie auf Facebook, der 625. Absturz), weil die echten Erfahrungen woanders warten. Die, die einen weiterbringen, wenn es mal nicht so rund läuft, man nicht so genau weiß, wie alles werden soll. Und dass es dafür eine gewisse Achtsamkeit (Hallo, Modewort!) braucht. Eine Achtsamkeit, die Maria hatte, als sie in ihrem „Herzen“ und in ihrer Erinnerung die Worte findet, die ihr helfen, angesichts dieser durch und durch krassen Situation nicht zu verzagen, sondern sie als die Chance zu begreifen, die sie ist.

Der Papst und die Jugend

Um Chancen und Perspektiven junger Menschen der Gegenwart geht es auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus auch bei der kommenden Bischofsynode im Oktober 2018, Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsfindung“.  Die verschiedenen Stationen in Marias Entwicklung sind Titel der Jugendtage der kommenden Jahre: Die Engelsbotschaft „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden“ (Lk 1,30) 2018 und Marias Antwort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38) beim großen Weltjugendtag in Panama 2019.

Die Papst-Botschaft im Wortlaut
Informationen zum Weltjugendtag