Das Kaplan Bonetti-Wohnhaus in der Dornbirner Gilmstraße wird umgebaut und generalsaniert. Den Spatenstich für die lang fällige Neugestaltung haben die Kaplan Bonetti Sozialwerke und die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Vogewosi am Freitag, den 30. März 2012, vorgenommen. Die Vogewosi steigt in das Projekt als Investor ein und übernimmt die gemeinnützige Verwaltungsvereinigung Kaplan Bonetti Wohnungsprojekte GmbH.

„Für uns bedeutet das Investorenmodell eine große Entlastung. Denn die Vogewosi finanziert die Generalsanierung, den Um- und Zubau und übernimmt die Bauabwicklung“, betont Peter Mayerhofer, Geschäftsführer der Kaplan Bonetti gemeinnützige GmbH. Für die Vogewosi ist die umfassende Sanierung von Gebäuden seit über 30 Jahren eine Haupttätigkeit. Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz: „Wie freuen uns sehr, dass wir unsere Fähigkeiten einmal mehr auch für eine andere gemeinnützige Bauvereinigung unter Beweis stellen können.“

Konzentration auf das Wesentliche
Als künftiger neuer Eigentümer der Kaplan Bonetti Wohnungsprojekte GmbH trägt die Vogewosi zudem Verantwortung für die Verwaltung der Gebäude. Die Kaplan Bonetti Sozialwerke sind Mieter, eine Rückkaufoption in frühestens zehn Jahren besteht. Peter Mayerhofer sieht in der neuen Lösung eine organisatorische Strukturbereinigung. „Der Verwaltungsaufwand war für uns unverhältnismäßig hoch. Nun können wir uns wieder komplett unserer Hauptaufgabe widmen, nämlich der Unterstützung von Menschen in unterschiedlichen Notlagen.“

Zubau: 21 Zimmer mit integrierter Nasszelle
Am 30. März 2012 ist mit dem Spatenstich für den Zubau auf der Südseite des Kaplan Bonetti Wohnhauses der Startschuss für das Bauprojekt in der Gilmstraße gefallen. Der Zubau wird im Erdgeschoss Büros für Verwaltung und Sozialarbeit und im Untergeschoss Gemeinschaftsräume beherbergen. In den beiden oberen Stockwerken werden 21 Wohnräume, davon 17 Einzelzimmer und vier Doppelzimmer, untergebracht. Alle Zimmer erhalten eigene Nasszellen.

Und nach der Neugestaltung? Generalsanierung!
Fertiggestellt wird das Gebäude voraussichtlich im August 2013. Danach wird das Hauptgebäude generalsaniert, in dem die Küche, der Speisesaal und weitere Zimmer Platz finden sollen. Insgesamt werden in beiden Gebäuden 57 Zimmer – vorwiegend ausgeführt als Einzelzimmer mit Nasszelle – eingerichtet. „Damit wird die Kapazität nicht größer, aber die Ausstattung wird den heutigen Standards angepasst“, erklärt Mayerhofer.

Generalsanierung unumgänglich
Bisher prägen ein äußerst schlechter Bauzustand, ungenügende sanitäre Anlagen und eine mehr als überholte Wohn- und Verpflegungssituation das Bild. Das Hauptgebäude in der Gilmstraße stammt aus dem Jahr 1957. Entsprechend den damaligen Gepflogenheiten sind die 48 Zimmer durchgehend als Dreibettzimmer konzipiert. Einzelzimmer gibt es nicht. Toiletten finden die Bewohner auf dem Gang. Duschen sind nur im Keller, in dem auch die Küche untergebracht ist.

Bauende: November 2014
Wie in den späten 1950er Jahren üblich, verfügt das Gebäude über keinerlei Isolierung. „Der Umbau und die Generalsanierung des Wohnhauses sind dringend nötig, wollen wir Menschen in Not auch weiterhin schnell, professionell und umfassend betreuen und begleiten“, bringt Pfarrer Erich Baldauf, Obmann des Vereins der Freunde Kaplan Bonetti, die Situation auf den Punkt. Mit dem Abschluss des Bauprojekts rechnen die Verantwortlichen Ende November 2014.

Jede Spende hilft
Das Investitionsvolumen des gesamten Bauprojekts beläuft sich auf 5,4 Millionen Euro. Vom Land Vorarlberg wurden den Kaplan Bonetti Sozialwerken 300.000 Euro zur Finanzierung zugesagt. Der Finanzierungsbeitrag der Institution selbst beläuft sich ebenfalls auf 300.000 Euro – generiert zum Großteil aus Spenden. „Jeder Euro, den wir zusätzlich zu diesem Beitrag als Spende erhalten, reduziert unsere Miete nachhaltig. Das wiederum ermöglicht es uns, notleidenden Menschen eine günstigere Unterkunft und Verpflegung zu bieten“, erklärt Geschäftsführer Peter Mayerhofer.

2011 lebten 201 Personen im Kaplan Bonetti-Haus
Seit über 50 Jahren finden im Kaplan Bonetti-Haus Menschen in verschiedenen Notlagen unbürokratisch Unterkunft und Unterstützung. 2011 haben 201 Personen das stationäre Wohnangebot der Kaplan Bonetti Sozialwerke angenommen, darunter 171 Männer und 30 Frauen. Der Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner kommt aus Österreich (65 Prozent). 5,5 Prozent stammen aus Deutschland, je 3,5 Prozent aus der Türkei, Serbien/Montenegro und Russland.

Die Anzahl der Belegtage betrug 2011 im Kaplan Bonetti-Haus 20.291. Das entspricht einer durchschnittlichen Belegung von 55,6 Personen pro Tag. Die Wohngemeinschaften, ein weiteres Modell der Kaplan Bonetti Wohnprojekte, waren im selben Zeitraum durchschnittlich mit 42,9 Personen belegt (15.642 Belegtage). Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner ist 42,5 Jahre.

(Quelle: Kaplan Bonetti Sozialwerke)