Wow, was für ein Portfolio: Soziales Engagement für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, für Obdachlose, Gefangene, Menschen mit Behinderung, Geflüchtete und Drogenabhängige. Im Engagements-Katalog der Gemeinschaft Sant’Egidio gibt es, wie es scheint, nicht viel, das es nicht gibt. Zwei Punkte – der Einsatz für Jugendliche und der für Flüchtlinge – waren Kernthemen eines Gesprächs von Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft, und ihrem aktuellen Präsidenten Marco Impagliazzo mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern in Berlin.

Merkel und Riccardi, beide Träger des Internationalen Karlspreises für Verdienste um Europa, sind sich einig, dass die Probleme, die mit den nicht nachlassenden Flüchtlingsströmen einhergehen, nur mit einer Politik gelöst werden können, die Menschlichkeit und Sicherheit verbindet. Die Gemeinschaft Sant’Egidio hatte gemeinsam mit protestantischen Kirchen in diesem Sinne bereits 2016 einen humanitären Korridor realisiert, der es 800 Syrerinnen und Syrern ermöglichte, auf dem Luftweg nach Italien zu fliehen, von wo aus sie weiter begleitet wurden. Ein mögliches Modell für Europa, das vergangenen Monat auch in Frankreich eingeführt wurde.

Entwicklungshilfe vor Ort

Noch wichtiger aber sei es, wie die Presseaussendung der Gemeinschaft im Anschluss an das Treffens in Berlin betont, die Fluchtursachen – Armut, Vertreibung, Krieg – vor Ort zu bekämpfen. Darum müsse die Entwicklungshilfe den Aufbau der Zivilgesellschaften in Afrika unterstützen, damit Beschäftigung und Entwicklung geschaffen werden können.

Perspektiven für die junge Generation

Auch für die Menschen in Europa, vor allem Jugendliche, müssten Perspektiven geschaffen werde. Merkel, Riccardi und Impagliazzo, dachten gemeinsam über ein„Erasmusprogramm für Beschäftigung“ nach, mit dem gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten gefördert werden, das Bildung ermöglicht und die Eingliederung junger Menschen in die Arbeitswelt.

Bildquelle: Sant'Egidio