Mehr als elf Millionen Menschen in Ostafrika leiden derzeit an der schlimmsten Dürrekatastrophe seit 60 Jahren. Wiens Caritas-Direktor Michael Landau appelliert, endlich die Augen zu öffnen und die Scheinwerfer auf Afrika zu lenken. Österreich hat auf die Aufforderung reagiert und stellt nun 500.000 Euro an Soforthilfe aus dem Auslandskatastrophenfonds für die Bewältigung der humanitären Katastrophe am Horn von Afrika zur Verfügung.

„Ein Kind, dass heute verhungert, wird ermordet“
In Ostafrika wütet derzeit eine Dürre, so schlimm wie seit 60 Jahren nicht mehr. Betroffen sind dabei nicht nur Männer und Frauen, sondern vor allem auch Kinder. UN-Sonderbotschafter Jean Ziegler berichtet in einem Radiointerview, dass in der "Dritten Welt" alle fünf ein Kind unter 10 Jahren an den Folgen von Hunger stirbt. „Ein Kind, dass heute verhungert, wird ermordet“, radikalisiert er seine Aussage.

Mehr als 11 Millionen auf Hilfe angewiesen
Bereits im Juni seien UN- Angaben zufolge, rund 54.000 Menschen vor der Dürre und Gewalt aus Somalia geflüchtet. "Täglich treffen Hunderte weitere Somalier im Norden Kenias ein. Mehr als elf Millionen Menschen sind in Ostafrika auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Von den dafür benötigten 1,1 Milliarden Euro haben die Vereinten Nationen bislang erst die Hälfte erhalten“, so der Caritas-Direktor.

Vorarlberger in Ostafrika
Hilfe erhalten die Menschen u.a. von der Caritas: In einem ersten Schritt unterstützt das Netzwerk der Caritas Zehntausende hungernde Menschen in Somalia, Somaliland und Äthiopien mit Lebensmitteln und stellt sauberes Trinkwasser bereit. Darüber hinaus werden Tausende unterernährte Kinder mit Zusatznahrung versorgt. Zwei Katastrophenhelfer der österreichischen Caritas sind am Wochenende in Krisengebiet aufgerochen – unter ihnen der Vorarlberger Harald Grabher.

Die nächsten sechs Monate werden sehr hart
Die Caritas-Mitarbeiter werden sich vor Ort einen Überblick über die Lage verschaffen und den Hilfsbedarf eruieren. Auf Basis der Informationen erarbeitet die Caritas Österreich mit lokalen Partnern des Caritas-Netzwerkes ein konkretes Maßnahmenpaket für die Soforthilfe sowie die "langfristige Hilfe zur Selbsthilfe". Langfristige Hilfe wird in Ostafrika bald dringend benötigt, schließlich wird der nächste Regen erst frühestens im Oktober erwartet. Damit ist erst im kommenden Jahr wieder mit einer Ernte zu rechnen. Oder wie es Kardinal Christoph Schönborn beim Requiem für Otto von Habsburg formulierte: „Die nächsten sechs Monate werden sehr hart.“

Nicht die Ohren zu halten
Wegen der seit zwei Jahren anhaltenden Dürre sind mehrere Ernten ausgefallen. Unterernährung und steigende Lebensmittelpreise sind die Folge. Eine „menschliche Katastrophe“, die auch Benedikt XVI. mit „großer Sorge“ betrachte, so der Papst am Sonntag nach den Angelus-Gebet. Caritas-Direktor Landau erklärte, dass die Millionen Menschen in Afrika nicht vergessen werden dürfen, insbesondere angesichts der Katastrophen der letzten Jahre in Pakistan, Haiti und Japan: „Mir kommt vor, als hielten wir uns die Ohren zu, um die Hilfeschreie der Menschen nicht zu hören."

„Jede einzelne Spende zählt und kann Leben retten“, erinnert Landau.

Caritas Vorarlberg - Spendenkonto: Raiba 40.006, BLZ 37.422, Kennwort: Sammlung gegen den Hunger Online- Spenden unter www.caritas-vorarlberg.at