Wer heute den Begriff Nobelpreis zu Ohren bekommt, wird damit sofort meist ältere Herren mit ergrautem Haar, die auf hochwissenschaftlicher Ebene Fortschritt geschaffen haben, den niemand außer vielleicht ihnen selbst wirklich versteht, assoziieren. Dass aber auch andere Dinge, Leistungen auf einer anderen Ebene für unsere Gesellschaft mindestens ebenso wichtig sind, betonen die „Right Livelihood Awards“, oft „Alternative Nobelpreise“ genannt. Sie stellen eine Auszeichnung „für die Gestaltung einer besseren Welt“ dar und werden jährlich von einer durch Spenden finanzierten Stiftung verliehen.

Auch für das heurige Jahr stehen die Preisträger nun fest. Die Jury ehrt Paul Walker (USA) „für seinen unermüdlichen Einsatz, um die Welt von chemischen Waffen zu befreien.“ Raji Sourani (Palästina) erhält den Preis „für sein beharrliches Engagement für Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit unter extrem schwierigen Bedingungen“. Es ist das erste Mal, dass ein Right Livelihood Award an einen Palästinenser geht. Die Jury zeichnet Denis Mukwege (Demokratische Republik Kongo) aus „für seine langjährige Arbeit, Frauen, die sexuelle Kriegsgewalt überlebt haben, zu heilen, und für seinen Mut, die Ursachen und Verantwortlichen zu benennen“ und ehrt Hans. R. Herren / Biovision Foundation (Schweiz) „weil er mit wissenschaftlicher Expertise und bahnbrechender praktischer Arbeit einer gesunden, sicheren und nachhaltigen globalen Nahrungsversorgung den Weg bahnt.“ Hans R. Herren ist der erste Preisträger aus der Schweiz.

Die vier Männer teilen sich das Preisgeld, das umgerechnet ungefähr 230. 000 Euro beträgt.

Die Right Livelihood Awards wurden 1980 von Jakob von Uexküll gegründet, um „jene zu ehren und zu unterstützen, die praktische und beispielhafte Antworten zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen“. Heute wird der Preis von privaten Spendern finanziert. Die Preisverleihung findet traditionell im Schwedischen Reichstag mit Unterstützung von Parlamentariern aus allen etablierten Parteien statt. 94 Kandidaten aus 48 Ländern waren dieses Jahr für den Preis vorgeschlagen. Mit den Preisträgern von 2013 zählt die Right Livelihood Award Stiftung nun 153 Preisträger aus 64 Ländern.

Ole von Uexküll, Geschäftsführer der Right Livelihood Award Foundation meint: „Die Gruppe der diesjährigen Preisträger steht für die Sicherung der Grundlagen menschlichen Lebens. Die Preisträger zeigen, dass wir das Wissen und die Werkzeuge haben, um  Massenvernichtungswaffen zu zerstören, Respekt für Menschenrechte zu sichern, um den Krieg gegen Frauen im Ostkongo zu beenden und die Welt mit organischer Landwirtschaft zu ernähren. Die Welt sollte nicht mit Problemen leben, von denen wir wissen, wie wir sie lösen können. Diese vier Männer, deren Vision, Mut und Engagement wir heute auszeichnen, zeigen, wie diese Lösungen aussehen.“