Durchschnittlich 100 Menschen wohnten 2013 im Kaplan Bonetti Wohnhaus in Dornbirn. In den Arbeitsprojekten fanden 277 Personen Beschäftigung. Und mehr Menschen denn je suchten Rat und Unterstützung bei der Kaplan Bonetti Beratungsstelle. Das ist das Ergebnis des Jahresberichts 2013 der Kaplan Bonetti Sozialwerke.

Kaplan Bonetti Sozialwerke blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück 

Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen Baumaßnahmen: mit der Eröffnung des Neubaus für die Arbeitsprojekte, dem Wohnhaus-Zubau und umfassenden Sanierungen. Bereits im April konnten die Mitarbeiter der Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte das neue Gebäude beziehen. Mit der Zusammenlegung der bis dahin auf drei Standorte verteilten Werkstätten wurden die Arbeitsabläufe deutlich erleichtert.

Insgesamt 277 Menschen, davon 68% Männer und 32% Frauen waren bei den Arbeitsprojekten beschäftigt. Sie leisteten rund 131.300 Arbeitsstunden. 165 Personen wurden vom AMS zugewiesen. „Mit besseren Arbeitsplätzen und größeren Lagerräumen können wir nun leichter neue Aufträge abwickeln“, freut sich Peter Mayerhofer, Geschäftsführer der Kaplan Bonetti Sozialwerke. Diese ließen auch nicht lange auf sich warten: Elf größere und mehrere kleinere Neukunden konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätten 2013 bedienen.

Arbeitsprojekte ziehen Neuaufträge an Land

Für drei Dornbirner Kindergärten führte die Tischlerei Reparaturdienste durch. Das Stadtmarketing Dornbirn, die Vorarlberger Pflegegesellschaft Benevit oder der Tiermarkt Herburger in Egg ließen Werkstücke aus Holz fertigen, zum Beispiel Holzkistchen für Geschenke.

Auftragssteigerungen verbuchten auch die Außendienstleistungen der Arbeitsprojekte. Neukunden waren etwa das Institut für Sozialdienste, die Vorarlberger Tagesmütter, die Mag. Kofler Vermögenstreuhand oder die Wohnbauselbsthilfe  Bregenz. Zusätzlich zu Gartenarbeiten, Abwicklung von Umzügen und Reparaturleistungen bieten die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte seit 2013 auch Reinigungs- und Waschdienste an. Im Neubau wurde eine Wäscherei installiert, die für die Wohnprojekte tätig ist und auch Kundenaufträge annimmt.

100 Menschen lebten im Kaplan Bonetti Wohnhaus
Fleißig gebaut und saniert wird nach wie vor bei den Wohnprojekten: In den neuen südseitigen Zubau zogen bereits im Juli 2013 die Mitarbeiter der Betreuungs- und Verwaltungsbüros sowie 25 Bewohner ein. Die restlichen Bewohner wurden vorübergehend in provisorischen Wohncontainer-Anlagen untergebracht. Sie können voraussichtlich noch 2014 in den Altbau der Wohnprojekte übersiedeln, der derzeit generalsaniert wird. „Die Sanierung war überfällig, um die Wohnsituation der Menschen zu verbessern“, betont Mayerhofer.

Nach leichten Rückgängen in den vorhergehenden Jahren haben sich 2013 die Neuaufnahmen auf rund 120 und die durchschnittliche Belegung auf 100 Menschen eingependelt. 87 Prozent davon waren männliche, 13 Prozent weibliche Bewohnerinnen. Die meisten stammten aus Österreich (77%), die restlichen aus dem EU-Ausland (8%) oder anderen Staaten.

Von der Wohnungsnot betroffen waren alle Altersschichten ab 18 Jahren, am häufigsten jedoch die Gruppe der 45- bis 54-Jährigen. Insgesamt 137 Menschen haben die Wohnprojekte im Jahr 2013 verlassen. Über ein Drittel davon konnte in eine eigene Wohnung zurückkehren.

Kurzfristige Notübernachtungen sind im Vergleich zu 2012 von 663 auf 390 Fälle zurückgegangen. „Das ist unter anderem der Umbauphase geschuldet, wodurch weniger Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung gestanden sind“, erläutert der Geschäftsführer.

Noch nie so viele Ratsuchende in Beratungsstelle
Seit der Gründung im Jahr 2009 suchen jedes Jahr immer mehr Menschen die Kaplan Bonetti Beratungsstelle auf. Im vergangenen Jahr waren es so viele wie noch nie: 1.189 Klientinnen und Klienten aus 675 Haushalten suchten Rat und Hilfe. Die Mitarbeiter unterstützen bei der Wohnungssuche, betreuen bei der Verbesserung der Lebenssituation, beraten und informieren bei rechtlichen und materiellen Ansprüchen oder bei der Delogierungsprävention. Insgesamt waren es 118 Personen, denen die Beratungsstelle 2013 eine eigene Wohnung vermitteln konnte. Die Sozialarbeiter investierten insgesamt rund 4.800 Beratungsstunden.

Hohe Spendenfreudigkeit
2013 spendeten Unternehmen und Privatpersonen über 53.000 Euro an die Kaplan Bonetti Sozialwerke. „Gemeinsam mit unseren großzügigen Spendern konnten wir notleidenden Menschen in zahlreichen Fällen rasch und unbürokratisch helfen, etwa bei Mietrückständen, Umzugshilfen oder der Beschaffung von Bekleidung“, freut sich Peter Mayerhofer.