Pünktlich zum Weltfrauentag hat man einen ganz alten Topf wieder auf den Herd geschoben: Den mit der zähen, irgendwie muffigen Suppe namens Gender-Pay-Gap. Wohl bekomm's!

38 Prozent, rechnet FPÖ-Europaabgeordnete Barbara Kappel vor, verdienen Frauen hierzulande durchschnittlich weniger als Männer – bei gleichwertiger Arbeit. Im europäischen Vergleich liege Österreich damit im schlechten Mittelfeld. Dazu kommen die „geschlechtstypischen“ Einnahmeausfälle für Erziehungs- und Pflegezeiten sowie Teilzeitanstellungen. Die Spätfolgen – Stichwort „alt, arm, weiblich“ – sind bekannt.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Blickt man zurück auf das, was man sich vor über hundert Jahren mit der Einführung des „Internationalen Frauentags“ versprochen hat – den Kampf für Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen – und dann auf das, was zum Beispiel das aktuelle Frauenvolksbegehren 2.0 fordert – Gleichberechtigung in Sachen Macht, Geld und Arbeit, Wahlfreiheit, wenn es um Kind(er) und/oder Karriere geht, sexuelle Selbstbestimmung und Gewaltschutz – dann kann man sehr, sehr traurig werden. Noch trauriger übrigens, wenn man über den Tellerrand Europas hinaus in die Welt schaut: Auf die Massenvergewaltigungen in Indien, die als „unrein“ verschriene Menstruation in nicht wenigen Teilen der Erde, auf die nicht enden wollende #metoo-Debatte in allen Bereichen von Kultur und Gesellschaft.

Entschiedene Schritte

Immerhin: Zwei Lichtblicke gibt es. Der eine kommt aus der Hauptstadt, wo Frauen unterschiedlichen Glaubens, Alters und verschiedener Herkunft Hand in Hand über den Heldenplatz marschieren, um ein Zeichen zu setzen gegen Rechtspopulismus und Ausgrenzung: „Der Internationale Frauentag ist uns Anlass zu demonstrieren, dass wir uns in unserer Vielfalt nicht auseinanderdividieren lassen und Hetze, Angstmache, Rassismus und Sozialabbau solidarisch entgegentreten“, erklären die Muslimin Amani Abuzahra, die Buddhistin Dulika Edirisingha, die evangelische Christin Barbara Heyse-Schäfer, die katholischen Christinnen Sr. Beatrix Mayrhofer und Veronika Pernsteiner sowie die Jüdin Joan Salmang in einer Aussendung.

Für einen zweiten Hoffnungsschimmer sorgt die Caritas: Es sei an der Zeit, aus einer „#metoo-Debatte“ eine „#wirtun-Bewegung“ zu machen, findet sie – und ruft auf zu Spenden, um Frauen in ganz Österreich in akuten Notsituationen zu unterstützen. Im Rahmen der Kampagne soll ihnen Mut gemacht werden, „möglichst frühzeitig Hilfe anzunehmen“, so Präsidenten-Gattin Doris Schmidauer, die die Aktion unterstützt.

Wozu das gut ist, zeigt unter anderem das Frauenmuseum Hittisau, wo am Weltfrauentag um 15:30 Uhr eine Sonderführung durch die Ausstellung „Pflege das Leben. Betreuung*Pflege*Sorgekultur“ stattfindet.

Quelle: kathpress.at (1 | 2) / red