In Zeiten des Social Distancing um Spenden für mehr Mobilität zu bitten? Geht’s noch? Das, was im ersten Moment ziemlich paradox klingt, ergibt auf den zweiten Blick Sinn: „Fahrzeuge mit medizinischer Ausstattung sind jetzt unabdingbar, um Erkrankte zu versorgen“, erklärt Christine Parzer, Geschäftsführerin der MIVA, in einer Aussendung. Vor allem im „globalen Süden“, wo die Pandemie auf ganz andere Voraussetzungen trifft, als hier, im hochtechnisierten, asphaltierten, gepamperten Nordwesten.

Mithilfe der Spenden ermöglicht das Hilfswerk u. a. den Ankauf von Fahrzeugen, die nicht nur als Krankentransporte dienen, sondern auch dringend benötigte Hilfsgüter wie Medikamente und Nahrungsmittel sowie medizinisches Personal in die entlegensten Regionen Perus oder Ecuadors transportieren. Auch Ärzte, Pflegekräfte oder Priester seien angesichts der Covid-19-Pandemie gefordert, für ihren Dienst mobil zu sein. Dörfer lägen oft mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt  – bei „herausfordernden“ Straßenverhältnissen, so Parzer.

Über alle Distanzen

In Ecuador ermöglicht ein MIVA-Fahrzeug etwa die Verteilung von Nahrungsmittel in der Provinz Guayas. Mit mehr als 70 Prozent der landesweiten Corona-Infektionen gilt diese Region als das am stärksten betroffene Gebiet Ecuadors, das insgesamt viele Infizierte zu verzeichnen hat. Das Hilfswerk ist auch in Afrika tätig, wo es u. a. lokale Radiostationen fördert, die Aufklärungsarbeit über das Corona-Virus in den entlegensten Dörfern leisten.

Die Corona-Krise habe gezeigt „welche Kraft Solidarität und Zusammenhalt haben können. Jetzt müssen wir diese Solidarität auf die ärmsten und verletzlichsten Menschen dieser Welt ausdehnen“, appellierte Parzer. Trotz räumlicher Distanz zu Ländern des Südens und gebotener Distanz zueinander, müsse im Schatten der weltweiten Corona-Pandemie Nähe mehr denn je spürbar bleiben, so die Geschäftsführerin.

Mobil seit 70 Jahren

Die Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft wurde im Jahr 1949 gegründet und ist derzeit in 13 Ländern vertreten. Mit einer Gesamtleistungs-Summe von rund 160 Millionen Euro finanzierte das in Oberösterreich ansässige Hilfswerk in den vergangenen 70 Jahren 40.465 Transportmittel. Jährlich werden zwischen 300 und 400 Fahrzeugprojekte unterstützt. Das größte und bekannteste MIVA-Spendenprojekt ist die alljährliche „Christophorus-Aktion“ im Juli, bei der um einen Zehntel-Cent pro unfallfreiem Kilometer gebeten wird.

Neben dem typischen MIVA-Auto, einem an das Einsatzgebiet angepassten Geländewagen, stehen auch Lastfahrzeuge, PKWs, Motorräder bis hin zu Lasttieren, Booten oder landwirtschaftlichen Geräten auf der Liste. Mancherorts dienen die Fahrzeuge der Priester und geistlichen Schwestern vielen Menschen als einzig verfügbare Transportmöglichkeit, im Notfall auch als Krankenwagen.

Spendenkonto: IBAN AT07 2032 0321 0060 0000

Quelle: kathpress.at / MIVA / red