Am 28. August verstarb Hildegard Lorenz. In mannigfacher Weise und oft pionierhaft tat sie alles, um ihre Liebe zur Bibel weiterzugeben. In diesem Sinne hat Hildegard Lorenz als ehemalige Leiterin des Werkes der Frohbotschaft auch die Entwicklung und Spiritualität der Gemeinschaft entscheidend mitgeprägt.

Brigitte Knünz

Früh hatte sie die Idee, die Welt verbessern zu wollen und fand 1964 den Weg von Kaisers / Lechtal nach Vorarlberg zum Werk der Frohbotschaft Batschuns. Dort wurde sie animiert, Theologie zu studieren - und sie ergänzte es mit dem Philosophie-, Publizistik- und Erwachsenenbildungsstudium in Innsbruck. Hier fand sie ihre Liebe zur Bibel, die sie ein Leben lang begleiten sollte.

Bildung als Weg zum Heil

Zurück in Vorarlberg wurde sie die erste hauptamtliche Leiterin des Katholischen Bildungswerkes Vorarlberg. Ihr war „Bildung als wichtiger Weg zum Heil für die Menschen“ ein Herzensanliegen und so war sie sehr ambitioniert, gute Referent/innen ins Land zu bringen. Unter ihrer Leitung entstand u.a. die Elternschule, die viele Vorarlberger Eltern durchlaufen haben. Sie selbst gab Jahrzehnte Bibelabende im Bildungshaus Batschuns und eröffnete den Teilnehmer/innen einen Zugang zur Bibel.

1979 wurde sie an die Pädagogische Akademie in Feldkirch berufen, wo sie in den 20 Jahren ihrer Professur als Kollegin sehr geschätzt wurde und unzählig viele angehende Pflichtschullehrer/innen in religionspädagogischen Fragestellungen begleitete. Neben aller inhaltlichen Arbeit war ihr die menschliche Entwicklung der Studierenden ein großes Anliegen.

Wie bei allem engagierte sich Hildegard Lorenz auch mit voller Kraft in ihrer Gemeinschaft. Mit ihrem bibel- und befreiungstheologischen Ansatz prägte sie die Spiritualität und Entwicklung der Gemeinschaft entscheidend mit. In ihrer Leitungszeit (1988-1997) initiierte sie weitreichende Projekte: Gründung der Batschunser Bibelschule, Gründung der heutigen Kathi-Lampert-Schule, Übernahme der Trägerschaft der Schule für Hör- und Sprachbildung am LZH, Erweiterung der heutigen SOB Bregenz, Gründung des Freudeskreises - heute der Verein „Frohbotschaft.Heute“.

Ihr letztes großes Bibel-Projekt war die Neukonzipierung der Bibel-Zeitschrift: „Dein Wort - Mein Weg“. Mit einem ehrenamtlichen Team erreichte sie, dass bis heute in verständlicher Sprache niveauvolle Bibelinterpretation im ganzen deutschsprachigen Raum Verbreitung findet - mit einer Auflage von 6.000 Stück.

Hildegards Leidenschaft für die Bibel ist der rote Faden in ihrem Leben: „Ich tue alles mir Mögliche, dass die Bibel für viele Menschen zum Heimatland werden kann, dass Suchende und Fragende Zugänge zu ihr finden. Der immer noch brennende Dornbusch ist für mich ein zentrales Symbol meiner frohbotschaftlichen Leidenschaft“. Sie verstand es, Bibel und Leben zu verbinden, das Wort Gottes in das eigene Leben herein zu bringen. Ich bin eine der vielen, die dies beglückend erfahren durfte.

Dank von Herzen

Nach kurzer Krankheit hat sie - für viele die Grande Dame der Bibelarbeit - 82-jährig ihren Geist in die Hände ihres Schöpfers zurückgelegt. Für alles womit sie uns beschenkt hat, danken wir ihr von Herzen.



Totenwache
Do 16. September, 18.30 Uhr, Kapelle, Bildungshaus Batschuns
(Hier gilt die 3-G-Regel).

Auferstehungsgottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung
Fr 17. September, 16 Uhr, Pfarrkirche Batschuns.