Mario Bitschnau aus Düns ist heuer in seinem 23. Jahr als Nikolausdarsteller unterwegs. Er erzählt uns, warum er den Nikolaustag im Jahr 2020 als so besonders und auch berührend empfunden hat. Sein kleines Fazit: Begegnung geht auch mit Abstand.

„Nikolaus – Der zu den Kindern kommt“, so lautet der Titel eines Buches, herausgegeben von der katholischen Jungschar. Am 6. Dezember 2020, in meinem 22. Jahr als Nikolausdarsteller, kam es beinahe anders“, erinnert sich Mario Bitschnau und erzählt: „Der Lockdown und die damit verbundenen Maßnahmen ließen es nicht zu, die Kinder auf gewohnte Weise in ihren Häusern zu besuchen. Bei der Schulung für Nikolausdarsteller, welche auch nur online stattfand, wurde eifrig über Lösungen und Alternativen diskutiert. Eines war für uns Nikolausdarsteller aber klar – ein 6. Dezember ganz ohne Nikolaus, das darf nicht sein. Und schon gar nicht zu einer Zeit, die vor allem für unsere Kinder sowieso schon von Einschränkungen geprägt war. Einige Nikolausdarsteller entschieden sich dafür, Briefe an die Kinder zu schreiben. Andere wiederum setzten im digitalen Zeitalter auf Videobotschaften.

Bei den Kindern sein

Mein Wunsch war es jedoch, im erlaubten Rahmen so nah wie möglich und quasi „in echt“ für die Kinder da und sichtbar zu sein. Nicht auf einem Foto und nicht in einer Videobotschaft. Nach Information an die Eltern bat ich diese im Vorfeld, die Nikolaussäckle für ihre Kinder bei mir in der Garage in einen Bollerwagen zu legen.  Und so machte ich mich dann am Abend des 6. Dezember 2020, mit meinem treuen Begleiter Knecht Ruprecht, auf den Weg zu den Kindern. Knecht Ruprecht ging mit seiner Laterne voran, dicke Schneeflocken begleiteten uns. Genau gleich wie die 21 Jahre zuvor, freuten wir uns auf die Kinder. Bei den Häusern angekommen, empfingen sie uns mit ihren Eltern vor der Türe. Warm angezogen, einem Tee in der Hand und manchmal standen sie sogar um ein kleines Feuer.

Ein großes Geschenk

Mit genügend Abstand erzählte ich den Kindern vom Nikolaus und von der Botschaft Jesus und stellte ihnen dann ein Nikolaussäckle hin. Dazu gab es für jede Familie einen Brief mit einer Nikolausgeschichte, zum Vorlesen vor dem Schlafengehen.   In meiner Zeit als Nikolausdarsteller sah ich schon sehr viele strahlende Kinderaugen. Ich nahm diese jedoch noch nie so bewusst wahr, wie am 6. Dezember 2020. Nicht im gewohnten Rahmen – nicht in der gemütlichen Stube, niemand hielt den Nikolausstab und die Nikolaussäckle wurden nicht direkt übergeben – aber der Nikolaus war da. Er war für die Kinder sichtbar und sprach mit ihnen. Sie sangen ein Lied, sagten ein Gedicht auf und ließen mich ihre Freude spüren – eigentlich so wie die Jahre zuvor.

Auch heuer vor Ort

Beim Abschied wünschte ich allen Familien eine schöne und besinnliche Adventszeit, Frieden und vor allem Gesundheit. Leider lag ich mit meinem letzten Satz ‚nächstes Jahr komme ich wieder so wie früher zu euch ins Haus‘ dann etwas daneben. Aber auch heuer, in meinem 23. Jahr als Nikolausdarsteller, werde ich die Kinder wieder vor ihren Haustüren besuchen. Und ich freue mich schon wieder auf die vielen strahlenden Kinderaugen, die den Nikolaus und den Knecht Ruprecht freudig erwarten.“