Der Countdown läuft. Nur noch wenige Stunden trennen uns vom "kirchlichen Großevent", der ersten Seligsprechung Vorarlbergs. Und wie bei jeder großen Veranstaltung, bedarf es auch in Dornbirn letzter Vorbereitungen, Aufräumarbeiten und vor allem Aufbauarbeiten. Ein Lokalaugenschein.

Was ist denn da los?
Fragende Blicke begleiten die zahlreichen Helfer/innen, die seit über zwei Tagen in Dornbirn damit beschäftigt sind, aufzubauen und alles vorzubereiten. Über Wochen bzw. sogar Monate und bei manchen auch Jahre hat sie uns begleitet - die Vorbereitung zur Seligsprechung. In wenigen Stunden ist es nun endlich soweit. Damit die erste Seligsprechung in Vorarlberg reibungslos über die Bühne gehen kann, bedarf es aber noch letzter Handgriffe. Einem "Feintuning" sozusagen. Dekoration, Zelt, WC-Anlagen, Beschilderung, Kabel, Lichter, viele Helfer/innen. .. und jede Menge Technik - die Aufbauarbeiten am Dornbirner Marktplatz sind nach wie vor in vollem Gange. Bereits am Samstag wurde das Zelt angeliefert, in welchem etwa 500 Menschen per Großbildschirm die Erhebung Carl Lamperts zur "Ehre der Altäre" mitverfolgen können. Auch der Container steht an seinem Platz. Er dient als Informationspunkt. Sowohl vor, als auch während und nach der Seligsprechung.

Zuerst aufräumen, dann aufbauen
"Eduard, butz do Bart, z’Dorobiro ischt Martinimart!" hieß es am Freitag bereits zum 36. Mal in der Dornbirner Innenstadt. Wie jedes Jahr hatte einer der ältesten und traditionsreichsten Märkte der Dornbirner Stadtgeschichteder, der Martinimarkt, Einzug gehalten. Zahlreiche Aussteller und Gastronomen luden dabei den ganzen Tag auf den Marktplatz ein. Am Samstig lockte Eduard der Wochenmarkt auf den Marktplatz. Bäuerliche Direktvermarkter sowie Blumenhändler boten ihre Ware auf dem gut besuchten Markt an. An sich eine schöne Wochenenbeschäftigung, wäre da nicht die Seligsprechung, die es "aufzubauen" gilt und die sich Eduard sicher nicht entgehen lassen will.

Was nicht passt, wird passend gemacht
Das Interesse der Vorarlberger Bevölkerung an der Seligsprechung von Provikar Lampert war erfreulich groß, erklärte Projektleiter Dr. Hans Rapp im Pressegespräch. Es war sogar so groß, dass bald klar wurde, dass die Martinskirche mit ihren 900 Sitzplätzen den Menschenmassen nicht gerecht werden würde. Eine Lösung musste schnell gefunden werden, schließlich sollten so viele wie möglich an der Seligsprechung teilhaben können. Und damit kommen wir wieder zum Marktplatz und den Märkten zurück, denn sobald diese abgebaut waren, ging die Arbeit erst richtig los: Mitarbeiter/innen des Bauhofs reinigten den Marktplatz um der "Lösung"" einen sauberen Platz gewährleisten zu können: Einem transparenten Zelt. Etwa 500 Personen werden in diesem Platz haben, um direkt vor St. Martin mitzufeiern. Mittels Großbildschirm und Lautsprecher können somit alle in der "verlängerten Kirche" mitfeiern .

100 Mitarbeiter/innen im Einsatz
Zeltaufbau, die Anfahrt der Technik und der WC´s, Dekoration, die Anlieferung des Carl-Lampert Containers ... - es herrschte und herrscht immer noch emsiges Treiben auf und um den Marktplatz. Neben der Martinskirche und dem Zelt bietet auch die Dornbirner Kapuzinerkirche  noch weitere 200 Sitzplätze, die ebenfalls schnell besetzt waren. „Wichtig war uns, dass an diesen beiden Schauplätzen ein Mitfeiern absolut möglich ist. Die Menschen im Zelt und jene in der Kapuzinerkirche werden in die Seligsprechungsfeier integriert“, erklärt Rapp. Eine Unmenge an Kabeln, Monitoren und sonstigen technischen Gerätschaften ist dafür nötig. Unterstützt wird die Diözese dabei von professionellen Unternehmen und rund 100 diözesanen Mitarbeiter/innen.

Fernsehen einmal anders
Rund 1700 Menschen haben sich für die Seligsprechung angemeldet  - für die meisten konnte ein Platz in einer der drei Lokalitäten gefunden werden. Was die anderen machen sollen? Zum Beispiel den Fernseher einschalten, denn die Seligsprechung wird lokal auf ORF 2 und bundesweit auf ORF III übertragen. Ein Kraftakt, insbesondere für die Kameraleute, Kommentatoren, Techniker und Redakteure des ORF Vorarlbergs, hält Dr. Wolfgang Burtscher fest. Die Lichtverhältnisse in der Dornbirner Martinskirche und die vielen Schauplätze machen über 100 Scheinwerfer notwendig. Mit der Montage wurde eine Schweizer Firma. betraut, die bereits bei der Arbeit ist. Fünf Kameras und eine sogenannte Steady-Cam, die schwierige Kamerafahrten ohne ,Ruckeln’ erlauben, werden am Sonntag im Einsatz sein.

Was Eduard derzeit auf dem Marktplatz sehen kann?
Viele aufgeregte, aber motivierte Mitarbeiter/innen und Helfer/innen, die allerlei "Seligsprechungszubehör" herumtragen: Stühle, Dekoration, Kabel, Notebooks, Ordner und Schachteln. Jeder hat seine Aufgaben zugewiesen bekommen -  einem reibungslosen Ablauf steht nichts mehr entgegen. Heute. Bei der Seligsprechung. Um 15.30 Uhr.