Am Donnerstag Nachmittag sind fünf syrische Asylwerber, die von der Abschiebung bedroht sind, ins Alberschwendner Pfarrhaus eingezogen. Bischof Benno Elbs akzeptiert und respektiert die persönlichen Gewissensentscheidungen und hofft auf eine Lösung mit Herz und Menschlichkeit.

Geflohen sind sie vor Krieg, Verfolgung, dem Tod und dem IS-Terror. Sie haben ihre Heimaten – Syrien und den Irak – verlassen, erreichten die EU über Ungarn, Bulgarien, Italien, wo sie in Käfige gesperrt, geschlagen und beschimpft wurden und schließlich gelangten sie nach Österreich, nach Alberschwende. Dort fanden sie Aufnahme, engagierte Frauen und Männer und Herberge. Bis am 10. März ein Abschiebebescheid in das so genannte Erstaufnahmeland Ungarn ins Haus flatterte.

Damit änderte sich alles.
Schnellstens formierte sich eine Unterstützergruppe, die sich mit den Asylwerbern solidarisch erklärte und es wurde beschlossen, den jungen Männern „Gemeindeasyl“ in Alberschwende zu geben.  Nun steht neuerdings die Abschiebung der Männer in ihr Erstaufnahmeland im Raum, woraufhin die Initiativgruppe um den Verein „Kulturmeile“ gemeinsam mit Pfarrer Peter Mathei das Angebot aussprach, im Pfarrhof Quartier zu beziehen.

Ziviler Gehorsam
Man leiste bewusst zivilen Gerhorsam, so Alberschwendes Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann in einem Rundschreiben, „weil wir die EU-Grundrechtscharta befolgen, indem wir staatlich angeordnete Deportationen verhindern, die zu Menschenrechtsverletzungen führen können.“ Im Manifest, das von Pfarrer Peter Mathei, der Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann und dem Obmann des Vereins „Kulturmeile“ Erich Schwarzmann unterzeichnet wurde, heißt es weiter: „Da Schutz und Sicherheit durch die unmenschliche Abschiebepraxis nicht gewährleistet ist, sehen wir uns bei ‚Rückführungen‘ in  Länder wie Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Italien berufen, unsere Asylwerber auch gegen die eigenen Bundesbehörden zu schützen. Die Gemeinschaft von Alberschwende stellt sich dem Bruch von Grundrechten entgegen. Es ist unser Recht, ja unsere staatsbürgerliche Pflicht, solches Unrecht zu verhindern.“

Donnerstag Nachmittag war es nun soweit. Die syrischen Asylwerber zogen ins Pfarrhaus von Alberschwende ein. Der Entschluss bzw. die Einladung resultierte aus einem langen Meinungsbildungsprozess der gesamten Unterstützergruppe und der persönlichen Gewissensentscheidung von Pfarrer Peter Mathei. Bischof Benno Elbs betont, dass er „diese Entscheidung des Gewissens akzeptiere und vor allem vollstens respektiere. Es ist auch eine Geste der Gastfreundschaft, Menschen in sein Haus einzuladen und ihnen Herberge zu bieten. Ich hoffe, dass eine Lösung mit Herz und Menschlichkeit gefunden wird. Dafür bete ich.“

Lesen Sie hier das "Manifest der Gemeinde Alberschwende"