Damit die Bischöfe bei der geplanten Jugendsynode im Oktober nicht raten müssen, was „der Jugend von heute“ wichtig ist, gibt es ab sofort die Möglichkeit, online Statements abzugeben. Auch der Papst persönlich meldet sich zu Wort.

Über den Altersdurchschnitt der vom 3. bis 28. Oktober 2018 tagenden Bischöfe ist nichts bekannt, nur so viel: Er dürfte weit über dem liegen, was man gemeinhin mit „Jugend“ assoziiert. Weil sich Papst Franziskus der Diskrepanz zwischen dem Thema der Synode „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ und der Lebensrealität ihrer Teilnehmer bewusst ist, lädt er die „echte“ Zielgruppe nochmals zum Mittun ein.

Hashtags, die es in sich haben

Im Nachgang einer internationalen Onlineumfrage des Vatikans zu Leben, Einstellungen und Medienverhalten junger Menschen, die insgesamt 58.000 Mädchen und 42.500 Jungen vollständig ausgefüllt hatten (weitere 120.500 unvollständig ausgefüllte Fragebögen wurden registriert), gibt es nun außerdem die Möglichkeit, sich online über Website und eine eigens eingerichtete Facebookgruppe einzubringen, um ein Treffen zur Vorbereitung der Synode im März mitzugestalten.

„Nicht jeder kann zum Vorbereitungstreffen nach Rom kommen, aber jede Stimme zählt“, erklärte Stella Marillene Nishimwe aus Burundi bei einer Pressekonferenz. Sie rief gläubige wie nicht-gläubige Jugendliche zur Beteiligung auch über die sozialen Netzwerke auf, für die auch 15 Hashtags ausgerufen wurden, darunter etwa #quisuisje (wer bin ich), #diversité (Verschiedenheit), #jecrois (ich glaube) und #propositions (Vorschläge). Zu jedem einzelnen findet sich auf der Internetseite der Synode (www.synod2018.va) ein Link, mit dem man dem Verlauf der Diskussion folgen könne. „Wer weiß, welche Ergebnisse die Synode hervorbringt? Aber ich bin sicher, dass alles von unserer Beteiligung abhängt“, so Nishimwe.

„Nur Mut“, sagt der Papst

Das Abschlussdokument soll Papst Franziskus am Palmsonntag, dem diözesanen katholischen Weltjugendtag (25.3.), überreicht werden und in die Vorbereitungen der Synode im Oktober einfließen. Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Synode, betonte überdies, dass ausgewählte Jugendliche auch an der eigentlichen Bischofssynode im Oktober als Hörer teilnehmen sollen, diese jedoch den Vorgaben gemäß kein Stimmrecht haben.

In Hinblick auf ebendiesen Weltjugendtag meldete sich auch Franziskus persönlich zu Wort: Die Jugendlichen sollten nicht den Mut verlieren, wenn es um große und entscheidende Weichenstellungen in ihrem Leben geht, sondern mit Entschiedenheit und Gottvertrauen das anpacken, was das Leben von ihnen erwartet. Dabei dürften sie „wissen, dass der Papst sich auf euch verlässt, dass die Kirche sich auf euch verlässt“, so Franziskus.

Angesichts solcher „Grundsatzentscheidungen“ Ängste und Zweifel zu empfinden, sei normal, erklärte der Papst in einer rund vierseitigen Botschaft. Im emotionalen Durcheinander um Liebe, Partner, Arbeit, Glaube solle man jedoch versuchen, Gefühle und Tatsachen klar zu benennen. Weder dürfe man sich vom inneren Tohuwabohu verwirren lassen noch sich „den oft künstlichen und hochtrabenden Standards anpassen“ und selbst „ein 'Fake' werden“.

Zum Weiterlesen

www.synod2018.va
Facebookgruppe zur Vorbereitung der Jugendsynode »
Botschaft zum Weltjugendtag »

Quelle: kathpress.at (1 | 2) / red