Gedanken zum Tag von M. Hildegard Brem, Äbtissin der Zisterzienserinnenabtei Mariastern-Gwiggen

Heute stellt uns das Evangelium zwei Menschen vor Augen, die nicht viel gemeinsam haben: den Pharisäer und den Zöllner. Der Pharisäer zählt im Gebet seine guten Taten und seine Verdienste auf, während der Zöllner nichts aufzuzählen hat. Er hat nichts Gutes getan, keine Belohnung verdient, sondern eher eine Bestrafung. Er hat nichts geleistet, sondern sich so manches geleistet. Und gerade er geht von Gott gerecht gemacht nach Hause, der Pharisäer nicht. Warum? Weil Gott nicht primär Leistungen belohnt, sondern viel lieber aus seiner Überfülle schenkt: Vergebung, Neuanfang, seine Nähe und Hilfe auf unserem Lebensweg.

Ist das nicht ein Schnäppchen, das unglaublich ist? Ich brauche nur offen zu sein, mich beschenken zu lassen und im Vertrauen auf diesen Gott mit seiner Hilfe neu zu beginnen.

Ich bete heute für alle Menschen, die mutlos sind und meinen, im Leben versagt zu haben, dass sie hellhörig sind für dieses Angebot und mutig genug, es anzunehmen!


M. Hildegard Brem
Äbtissin Mariastern-Gwiggen

 


"Gedanken zum Tag" in Kooperation mit den Vorarlberger Nachrichten und vol.at