Gedanken zum Tag von Hubert Ratz, Pfarrer in Hittisau.

Bis vor Kurzem haben wir mehr oder weniger selbstverständlich in einer Gesellschaft mit großen Freiheiten gelebt. Nun müssen wir notwendige Maßnahmen zum gegenseitigen Schutz durchhalten – und das ist nicht immer leicht. Was kann dabei helfen?

Zwei Gedanken möchte ich mit euch teilen: Zum einen kann ein fester Tagesablauf Halt geben. Beginne den Tag mit einem guten Gedanken oder mit einem Gebet. Zum anderen kann es helfen, den Tag mit einer Liste von Dingen abzuschließen, für die ich danken möchte, und diese jeden Tag zu verlängern.

Beides kann helfen, bewusster zu werden und seine Beziehungen neu als tragend zu erfahren. Jesus Christus hat über die Gottesbeziehung eine wunderbare Aussage gemacht, die in den heutigen Tagestexten vorkommt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der glaubt, ihn ihm das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16)

Wenn Gott diese Welt liebt, dann lässt er keinen Menschen allein. Ich denke heute besonders an jene Menschen, die diese Tage vielleicht das erste Mal seit Langem mit Gott ins Gespräch kommen und ihm im Gebet beispielsweise die persönliche Dankbarkeitsliste zeigen. Das kann einen Raum zum Durchhalten öffnen.

Hubert Ratz
Pfarrer in Hittisau

"Gedanken zum Tag" in Kooperation mit den Vorarlberger Nachrichten und vol.at