Das Projekt der Einen Weltgruppe Schlins | Röns in Tansania wächst stets. Immer wieder kommt es zu ehrenamtlichen Einsätzen verschiedenster Experten aus dem Ländle. Sie bringen ihr Können und Know-How ein und kommen reich an Erfahrungen zurück. Hier ein Beispiel.

von Lukas Tomaselli

Im November 2011 kam es im Projekt der Einen Weltgruppe Schlins|Röns zu einem weiteren ehrenamtlichen Einsatz. Hannes Rauch, Projektleiter, wurde diesmal auf seiner Reise nach Tansania begleitet und unterstützt von Albert Rauch und Hanno Makowitz. Für mich selbst war dies der erste Einsatz in diesem Projekt. Der Schwerpunkt lag diesmal in der Umsetzung eines Solarprojektes und der Fassung einer Trinkwasserquelle in Ibwanzi.

Ibwanzi und die Trinkwasserversorgung

Afrika wird oft mit Dürre und Wassermangel in Verbindung gebracht. In der Region rund um Mdabulo ist dies jedoch kein Problem. Ein zentraleres Problem stellt viel mehr die Wasserqualität im dicht besiedelten Hügelland dar. Während sich die Siedlungen auf den Anhöhen befinden, erfolgt die Wasserentnahme aus natürlichen Quellen oder Wasserläufen in der Talebene. Diese Wasserentnahmestellen sind in keiner Weise vor einer Verunreinigung  des Wassers geschützt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um tierische und menschliche Fäkalkeime, die durch oberflächlich abgeleitetes Regenwasser zu den Wasserentnahmestellen gelangen. Diese Keime verursachen Durchfallerkrankungen, die für Kinder und geschwächte Menschen oft tödliche Folgen haben.

Die Eine Weltgruppe Schlins|Röns hat sich nun diesem Problem angenommen und eine fachgerechte Trinkwasserfassung in Ibwanzi erstellt. Die Geldmittel dafür stammen aus einem von der EU geförderten Bildungsprojekt, an dem sich fünf Schulen aus fünf verschiedenen Ländern beteiligten. Die Freie Montessori Schule Altach ist eine von diesen Schulen. Zwei Jahre lang haben sich Kinder mit dem Themenkreis 'Wasser' auseinander gesetzt. Dabei wurden größere und kleinere Aktionen durchgeführt, bei denen Spenden gesammelt wurden. Und mit eben diesem Geld konnte nun das Trinkwasser-Projekt finanziert werden.

Die Quellfassung wurde an einer bereits bestehenden Wasserentnahmestelle errichtet. Um das Wasser in ausreichender Qualität zu erhalten war es wichtig, die bestehende Quelle soweit aufzugraben, dass sichergestellt ist, dass in die Wasserfassung nur gefiltertes Grundwasser gelangt. Diese Arbeit konnte nur dank des engagierten Arbeitseinsatzes der Dorfbevölkerung bewältigt werden. Frauen, Männer und Kinder kamen und beteiligten sich an allen anstehenden Arbeiten. In nur vier Tagen konnte das Bauwerk, samt einem neuen Zugang zur Entnahmestelle, fertig gestellt werden. Um endgültig Gewissheit zu erlangen, dass das Wasser aus der neuen Quelle tatsächlich Trinkwasserqualität hat, wurde die staatliche Wasserbehörde eingeladen, das Wasser zu untersuchen. Das Ergebnis erfreute nicht nur den Beamten im weißen Kittel. Alle gemessenen Parameter (chemisch, physikalisch und mikrobiologisch) liegen eindeutig im Bereich der Trinkwasserqualität.

Die Elektrifizierung von Ibwanzi

Ibwanzi wurde auch deshalb als Ort unseres Einsatzes gewählt, da das Dorf besonders abgeschieden liegt. Dies wirkt sich auch auf die Stromversorgung des Dorfes aus. Zwar wird schon seit Jahren von der Errichtung einer Stromleitung nach Ibwanzi gesprochen, jedoch dürfte es noch länger dauern bis den Worten Taten folgen. Selbst wenn es einmal so wäre, wird der Strom im eigenen Haus für viele unbezahlbar bleiben. In Zusammenarbeit mit dem Sonnenscheinstipendium des  Energieinstituts Vorarlberg  konnte ein Solarprojekt verwirklicht werden. Neben der Solaranlage wurden auch die Kosten zur mehrmonatigen Ausbildung zweier junger Männer aus Ibwanzi  zu Solartechnikern übernommen. Die schon ersehnte Anlage wurde nun endlich auf dem Dach der neu errichteten Handwerksschule in Ibwanzi installiert. Neben den Photovoltaikpanelen und den dazugehörigen Ladereglern und Batterien wurden auch 100 LED Leuchten geliefert, welche von den beiden Solarexperten Baptista und Gasto zusammen gebaut wurden. Ziel dieser Leuchten ist es, der Dorfbevölkerung eine kostengünstige Alternative zu den gesundheitsschädlichen Petroleumlaternen zu liefern. Neben den Solarleuchten sollen in naher Zukunft auch weitere elektronische Geräte über diese moderne Solaranlage aufgeladen werden können.

Ibwanzi kommt nach Österreich

Nach dieser sehr intensiven Zeit, die wir gemeinsam mit der Dorfbevölkerung von Ibwanzi verbracht haben, fiel uns der Abschied sehr schwer. So fühlten wir uns in unserem Vorsatz gestärkt, dass unser Einsatz für die Projekte der Einen Weltgruppe Schlins|Röns mit unserer Abreise nicht beendet sein soll. Mit Hanno Mackowitz hatten wir einen sehr engagierten und kompetenten Berufsfotografen in unserem Team. Seine aussagekräftigen Fotos sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden und so helfen, noch mehr Menschen für die Tätigkeiten der Einen Weltgruppe zu begeistern. Bei allen LeserInnen, die uns in der Vergangenheit schon unterstützt haben möchten wir uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bedanken.