Zugegeben, das Auto vom einen Tag auf den anderen über vierzig Tage lang in der Garage stehen zu lassen, ist für den Anfang vielleicht etwas viel verlangt. Aber das fordert ja auch keiner. Es reicht auch darüber nachzudenken, welche Wege man zu Fuß, mit den "Öffis" oder dem Rad zurücklegen kann - und die Gedanken anschließend auch umzusetzen. So wird das "Autofasten" zum "Heilsam in Bewegung kommen".

Die Aktion "Autofasten" dürfte in Österreich mittlerweile jedem bekannt sein - auch wenn man selber vielleicht (noch) nicht "mitgefastet" hat. In der Zeit von Aschermittwoch bis Karsamstag - also heuer vom 13. Februar bis 30. März versucht jeder, der an der Aktion teilnehmen will, das Auto so gut wie möglich "links liegen zu lassen". Konkret bedeutet das das eigene Mobilitätsverhalten zu übrprüfen, mehr zu Fuß zu gehen, das Rad zu nutzen, aif öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder auch Fahrgemeinschaften zu bilden.

Warum "Autofasten"?
Die Aktion der katholischen und evangelischen Kirche lädt bereits zum achten Mal zum "Fasten der anderen Art" ein. "Es braucht einen anderen Lebensstil, ein Umdenken, einen Verzicht, damit wir eine lebenswerte Welt an unsere Nachfahren weitergeben können und die Schöpfung nicht kaputt fahren", erklärt Weihbischof Franz Scharl von der Erzdiözese Wien die Idee dahinter. Fasten im Allgemeinen und Autofasten im Besonderen sei immer verbunden mit dem "Lernen des Maßhaltens" und eine "Vorbereitung auf das Fest".

Bringt das was?
Dass Autofasten eine gute Idee ist, fanden letztes Jahr auch 14.600 ÖstereicherInnen, die sich als "Autofaster" eintragen ließen und sich damit auch öffentlich zu der Aktion bekannten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das ein Zuwachs von acht Prozent. Gemeinsam sparten sie 1.720 Tonnen CO2 ein -wem chemische Zahlen eher nichts sagen, kann vielleicht mit Kilometerangaben etwas anfangen: 8,7 Millionen Autokilometer wurden gespart.

3500 mal um die Erde
Wenn man bedenkt, dass Österreichs AutofahrerInnen normalerweise täglich rund 3500 mal die Erde umrunden, ist das bereits eine Menge.  "An einem Tag wie heute werden rund 139 Millionen Kilometer mit dem Auto gefahren, nicht mitgerechnet sind dabei alle dienstlichen und geschäftlichen Fahrten", so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Die Gründe warum die ÖsterreicherInnen in den rund 40 Tagen ihr Auto öfters mal stehen lassen, sind vielfältig. An erster Stelle steht aber meist die Umwelt, gefolgt von der Unterstützung einer guten Aktion und Gesundheit. An vierter Stelle standen Finanzen und zuletzt wurden religiöse Gründe angeführt.

Heilsame Bewegung
"Heilsam in Bewegung kommen" lautet das Motto des Autofastens. "Nur die sanfte Mobilität ist letztlich zukunftssichernd", erklärt Hansjörg Lein, Superintendent der evangelischen Diözese Wien, der einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einem gesünderen Leben und der Förderung, dem Ausbau und der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und Radwege, dem bewussten Gehen zu Fuß und dem möglichst weitgehenden Verzicht auf das Auto sieht. Dafür möchte die Aktion "Autofasten" einen "Gusto machen" und "Neugier wecken, neue Erfahrungen zu sammeln": "Es gibt auch eine Autosucht, und zwar dann, wenn man sich ein Leben ohne das Auto gar nicht mehr vorstellen kann. Damit wird die Unabhängigkeit und freie Entscheidungsfähigkeit getrübt", so Lein.

Und wenn die 40 Tage vorbei sind?
Zwar bildet die Fastenzeit den Anlass bewusst aufs Auto zu verzichten - die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Aktion auch nachhaltig wirkt: Rund 80 Prozent aller „Autofaster“ gaben an, auch in Zukunft häuiger auf das Auto verzichten zu wollen. Und weil das „Autofasten“ so gut ankommt, soll es es in Zukunft „Autofasten plus“ geben: Nach dem Modell der 70er-Jahre sollen Autofahrer das ganze Jahr hindurch an einem Tag pro Woche auf das Auto verzichten und dieses Vorhaben durch ein entsprechene Wochenpickerl auf dem Auto deutlich machen. (red/kathpress/orf)

Nähere Informationen zum Autofasten finden Sie online unter: www.autofasten.at