Vier Niederlassungen wird die deutsche Ordensprovinz der Salvatorianer in den nächsten Jahren schließen – darunter das Salvatorkolleg in Lochau.

Die Zahl der Ordensfrauen geht seit Jahrzehnten deutlich zurück, die Zahl der Ordensmänner ist ebenfalls rückläufig, vergleichsweise allerdings eher leicht. Dazu kommt eine Altersstruktur, die man getrost „gehoben“ nennen kann: Nur drei Prozent der Ordensfrauen in Österreich sind jünger als 40 Jahre, bei den Männern sind es 15 Prozent. Ein Trend, der die Orden vor große Herausforderungen stellt – auch in Vorarlberg: Gestern gaben die Salvatorianer die Schließung mehrerer Niederlassungen bekannt, darunter die in Lochau.

Vier Standorte bleiben

Grund sei der „gravierende Rückgang“ der Ordensberufungen, wie der Orden in einer Aussendung mitteilte. Das Provinzkapitel habe deshalb in der Osterwoche entschieden, von den derzeit acht Niederlassungen vier zu erhalten. Dazu zählen München-Laim (Erzdiözese München und Freising), Berlin-Schmargendorf (Erzdiözese Berlin), Steinfeld-Eifel (Diözese Aachen) und Bad Wurzach-Oberschwaben (Diözese Rottenburg-Stuttgart). Die übrigen vier – neben Lochau sind das Münster-Sankt Gottfried (Diözese Münster), Maria Steinbach (Diözese Augsburg) und Stuttgart-Giebel (Diözese Rottenburg-Stuttgart) – werden in den nächsten Jahren aufgelöst. Noch gesondert müsse über die Perspektiven der Niederlassung in Gurtweil/Waldshut entschieden werden – den Geburtsort des Ordensgründers Pater Franziskus Jordan (1848-1918).

Die Schließungen sind Ergebnis eines Personal- und Pastoralplanungsprozesses, der den Orden bereits seit drei Jahren beschäftigt, hieß es. Der Gemeinschaft sei es wichtig gewesen, nicht zu warten, bis an einzelnen Orten ein Rückzug unvermeidlich sei – vielmehr habe sie die Entscheidungen selber steuern wollen. Provinzial Hubert Veeser sagte, es tue weh, mehrere Orte aufzugeben, an denen die Salvatorianer so lange und erfolgreich mit den Menschen gearbeitet und gelebt hätten.

Ein langsamer Abschied

Der Rückzug solle darum transparent und gemeinschaftlich mit allen Beteiligten über mehrere Jahre gestaltet werden. Gespräche mit der Diözesanleitung und den verschiedenen Gruppen, die mit dem Salvatorkolleg verbunden sind, hätten bereits stattgefunden, heißt es in einer Presseaussendung.

Die Salvatorianer wurden von Pater Jordan 1881 gegründet. Die Schwerpunkte des Ordens liegen in der weltweiten missionarischen Pastoral und Bildung. In Österreich gibt es neben Lochau noch mehrere weitere Niederlassungen des Ordens, die aber nicht zur deutschen, sondern zur österreichischen Ordensprovinz gehören. Die Patres der Kommunitäten in Wien-St. Michael, Margarethen am Moos, Mistelbach und im rumänischen Temesvar-Elisabetin wirken vor allem in der Pfarrseelsorge und der geistlichen Begleitung.

Quelle: kathpress.at (1 | 2) / Ordensgemisnchaften.at / Salvatorianer / red