Anstelle der geplatzten Aktionswoche zum fünften Veröffentlichungsjahrestag seiner Umwelt-Enzyklika Laudato si' lädt Papst Franziskus zu einem Jahr im Zeichen des Planeten...

Am 24. Mai vor fünf Jahren veröffentlichte Papst Franziskus seine Umweltenzyklika Laudato si‘. In einer anderen Welt als die, in der wir gerade leben, wäre das mehr als nur eine Randnotiz wert gewesen. Schließlich ist dieses Schreiben dasjenige, das am engsten mit der Figur Franziskus‘ verbunden ist, das, was auch außerkirchlich am meisten Beachtung erfahren hat – und aktueller denn je. Kaum eine bedeutende Organisation oder politische Kraft, die sich nicht der Worte des Papstes bedient, wenn es um Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz geht. Begriffe wie „ökologische Schuld“ oder „Wegwerfkultur“ sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Das hat Franziskus den Ruf eines „grünen“ Papstes beschert und ihn gewissermaßen zu einem der Wegbereiter von Greta Thunberg und den Fridays for Future gemacht.

Eine Woche für die Umwelt? Ein Jahr!

Wegen der Corona-Pandemie ist aber es nicht nur um die Klimabewegung plötzlich still geworden – auch zahlreiche geplante Veranstaltungen anlässlich des Enzyklika-Jahrestages mussten abgesagt werden, unter anderem ein internationales Treffen mit mehreren Hundert Jungunternehmern zum Thema nachhaltiger Wirtschaft in Assisi.

Franziskus wäre freilich nicht Franziskus, wenn er es einfach dabei beließe. Stattdessen ruft dazu auf, die in der Enzyklika diskutierten Anliegen im kommenden Jahr zu vertiefen und umzusetzen. Das von der vatikanischen Behörde für menschliche Entwicklung angeregte Laudato-si‘-Jahr soll bis zum 24. Mai 2021 gehen. Franziskus lädt dazu „alle Menschen guten Willens“ ein, sich anzuschließen und sich gemeinsam um „unser gemeinsames Haus und um unsere schwächeren Brüder und Schwestern zu kümmern“. Damit die Welt spätestens zum zehnten Enzyklika-Jahrestag eine andere, bessere, gerechtere sein möge.

Quelle: kathpress.at (1 | 2) / red