Der 19. August ist der "Welttag der Humanitären Hilfe". Neben der Akuthilfe zählt auch ein sicherer Zugang zu Bildung zur humanitären Ersthilfe. Derzeit haben weltweit rund 75 Millionen Kinder keine Möglichkeit die Schule zu besuchen. Es sind Generationen, die so verloren werden. Das katholische Hilfswerk "Jugend Eine Welt" schlägt Alarm und nimmt auch die EU in die Pflicht.

75 Millionen Kinder im Schulalter, die keinen Zugang zu Bildung haben. Sie stammen meist aus Krisengebieten. Hinter ihnen liegen oft Kriege, Vertreibungen, Flucht - der nackte Kampf ums Überleben eben. Der Zugang zu Bildung scheint hier zweitrangig. Ist es aber nicht, wie "Jugend Eine Welt" anlässlich des "Welltags für humanitäre Hilfe" einmahnt. 

 

Wer nichts weiß, hängt schnell im (Fang)Netz

In Ländern wie Syrien, dem Südsudan oder Afghanistan entstünden dadurch gerade "verlorene Generationen". Kinder und Jugendliche also, die nie eine Chance auf Bildung bekommen haben. Die folgen sind dramatisch. Denn Kinder, die keine Schule besuchen und nie die Chance hatten, sich zu zu entwickeln, seien, so die Vertreter von "Jugend Eine Welt" einem höheren Risiko für Kinderarbeit, Gewalt, sexuelle Übergriffe und Zwangsverheiratungen ausgesetzt. Auch würden Kinder ohne Zugang zu Bildung öfter als Kindersoldaten rekrutiert. Die Zeit dränge, so das Hilfswerk, denn: "je länger Kinder nicht zur Schule gehen, desto schwieriger wird ein Wiedereinstieg ins Bildungssystem und auch die Chancen auf einen Abschluss sinken."

Da geht noch mehr

Kritik übte das Hilfswerk auch an der internationalen Gemeinschaft, die viel zu wenig dafür tue, dass Kinder in humanitären Krisen ihr Recht auf Bildung verwirklichen können. Die EU habe ihre Unterstützung hier zwar von sechs (2012) auf derzeit 52 Länder ausgeweitet. Ebenfalls sollen die Mittel für Bildung in Notsituationen und Krisen laut Zusage der Eu bis 2019 auf zehn Prozent des Gesamtbudget für humanitäre Hilfe erhöht werden. Weltweit betrachtet liegt dieser Anteil derzeit allerdings bei weniger als drei Prozent. "Es bleibt also noch viel zu tun".


Ein bisschen Normalität

"Jugend Eine Welt" unterstützt u. a. Bildungsprojekte in Krisengebieten wie dem Südsudan. Im Flüchtlingslager Gumbo ermöglichen Projektpartner des Hilfswerks beispielsweise rund 6.110 Schüler täglichen Unterricht - eine nahrhafte Mahlzeit inklusive. "Diese Kinder brauchen mehr als nur Nothilfe, sie brauchen auch ein bisschen Normalität im Alltag", bringt es Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von "Jugend Eine Welt" auf eine simple Formel und damit auf den Punkt.

 

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Jugend Eine Welt
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Quelle: kathpress/red
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