Hand aufs Herz: Wie fühlen Sie sich? Wenn man ehrlich ist, würden die meisten wohl mit "genervt, erschöpft oder hoffnungslos" antworten. Einen Weg aus diesem coronabedingten Stimmungstief zeigt die Telefonseelsorge.

Die Infektionszahlen steigen täglich, die Freiheiten werden permanent eingeschränkt (Stichwort Sperrstunde) und das Tragen des MNS macht trotz farbenfroher Exemplare auch keine gute Laune. Seit März gibt es gefühlt nur noch ein Thema: Corona. Und es ist noch lange kein Ende in Sicht. Diese bittere Erkenntnis führe bei vielen Menschen zu tiefer Verunsicherung, Entmutigung und Perspektivenlosigkeit, so die Telefonseelsorge. Insbesondere auch deshalb, weil viele das Gefühl haben, dass man selbst – außer der Einhaltung der Hygienereglungen – nichts für die Beendigung dieses Ausnahmezustandes tun kann.

Vorfreude hilft auch nicht mehr - was nun?

Eine gängige Motivationsstrategie für anstrengende Zeiten greife ebenfalls nicht mehr: Die Vorfreude. Sich als Belohnung für schwere Zeiten etwas gönnen und schon Wochen davor darauf freuen? Alles sehr ungewiss. Was also tun um nicht in ein tiefes Loch zu fallen?

Erstens: meine Gefühle wahr- und ernstnehmen - auch wenn sie unangenehm sind.  Zweitens: darauf achten, was einem gut tun könnte: ein Spaziergang, eine Meditation, ein Telefonat etc.? Hilfreich ist auch zu überlegen, wie man frühere Krisen gemeistert hat, wer oder was damals geholfen hat. Es geht darum, handlungsfähig zu bleiben: Was kann ich tun, um mich selbst wirksam zu erleben? Wo komme ich zu Kräften, wer bzw. was sind meine Tankstellen? Drittens könnte die derzeitige Krise dafür genutzt werden, über Bisheriges und Gewohntes Resümee zu ziehen. Es gilt zu überlegen, was will ich weiterführen und was nicht? Welche Rituale brauche ich, um „lebensfreudig“ zu bleiben? Auf welche (kleinen) Dinge kann ich mich auch jetzt freuen?

Mögliche Strategien, die im Umgang mit Ängsten und Sorgen helfen können

1. Halten Sie eine Tagesstruktur ein
2. Planen Sie genau
3. Schränken Sie den Medienkonsum ein
4. Setzen Sie Grenzen
5. Achten Sie auf Ihre Gedanken
6. Grübeln Sie nicht zu viel
7. Nehmen Sie Ihre Gefühle wahr und sprechen Sie darüber
8. Bewegen Sie sich
9. Entspannen Sie sich
10. Erhalten Sie Ihre sozialen Kontakte

Mehr zu den einzelnen Punkten lesen Sie hier

Sie brauchen Hilfe? Die TelefonSeelsorge ist für Sie da - online unter www.142online.at oder telefonisch unter 142.