Von Ostern bis Pfingsten gibt es heuer was auf die Augen. Was für manche nach einer Drohung klingt, verspricht interessant zu werden, denn mit der Bloginitiative "bleiben.erheben.wandeln" machen sich 50 Frauen für die Gleichstellung von Frauen in der katholischen Kirche stark.

Ja, Bücher sind toll. Man kann darin  umblättern, unerlaubterweise die Seiten knicken, reinschreiben und sie weiterleihen. ABER: Blogs sind auch toll. Die kann man nämlich teilen, weiterleiten und meist auch kommentieren. Und deshalb müsste die Initiative "bleiben.erheben.wandeln" eigentlich für alle lesenswert sein. Die Entscheidung überlassen wir natürlich Ihnen selbst.

Was "bleiben.erheben.wandeln" bedeuten soll

"Wir Frauen von bleiben.erheben.wandeln sind in der katholischen Kirche stark verwurzelt und erleben sie als Teil unserer Identität" ist dort unter dem Stichwort "bleiben" zu lesen. Und deshalb richten sie auch "einen kritischen Blick auf die Ist-Situation der katholischen Kirche, in der Gleichstellung von Frauen und Männern im angebrochenen Reich Gottes noch nicht vollendet ist. Wir treten in Aktion um Geschlechtergerechtigkeit in unserer Kirche zu verwirklichen", verspricht die Webseite, um mit einer gemeinsamen "prophetischen Vision" zu enden:  „Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm 14,17) für alle Frauen und Männer in der Gemeinschaft unserer Kirche.

Die Visionen

Laut ihrer Vision sind Frauen und Männer in Liturgie und in allen kirchlichen Funktionen gleichwertig sichtbar und gestalten gemeinsam. Weiheämter werden von Frauen und Männern als Dienst am Heil der Menschen und an der Gemeinschaft ausgeübt. Eine zölibatäre Lebensform ist dazu nicht zwingend erforderlich ... um nur ein paar der Visionen zu nennen.

Wer dahinter steht

Getragen wird die Initiative von einer Gruppe junger Theologinnen aus Tirol, unterstützt wird sie vom Frauenreferat der Diözese Innsbruck und auch prominenten Katholikinnen, die für die kommenden Tage Blog-Einträge zugesagt haben - darunter Magdalena Holztrattner, die Leiterin der Katholischen Sozialakademie, Anna Findl-Ludescher, die geschäftsführende Vorsitzende des Österreichischen Pastoralinstituts oder Angelika Walser, Moraltheologieprofessorin an der Uni Salzburg. Auch Frauen aus Deutschland, der Schweiz, Südtirol und sogar Lateinamerika hätten Beiträge zugesagt.

Täglicher Lesestoff

Drei sind seit Dienstag bereits online - und täglich werden es mehr. Sie eröffnen neue Perspektiven. Wie zum Beispiel jene der Theologin und neuen Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) Regina Augustin: "Ich bin eine gläubige Katholikin, Theologin und Feministin. Unvereinbar? Nicht für mich! Herausfordernd? Jeden Tag!"

Übrigens: Einen "Masterplan", wie die Visionen erreicht werden könn(t)en haben die Frauen nicht. "Aber wir fangen an! Durch: Vernetzung, Gemeinschaft bilden, kritischer Auseinandersetzung, Aktionen setzen, zur Sprache bringen, etc."

Lust zu lesen? bleibenerhebenwandeln.wordpress.com