Die dramatische Lage der katholischen Kirche in Bosnien-Herzegowina und Perspektiven für die Zukunft stehen im Zentrum der ersten gemeinsamen Vollversammlung der Bischofskonferenz von Österreich mit dem dortigen Episkopat, die erstmals in Sarajewo stattfindet.

"Jesus hat nicht Gewalt gepredigt und Leben genommen, sondern sein Leben hingegeben am Kreuz, das damit ein Zeichen des Friedens ist." Diesen Gedanken stellte Kardinal Christoph Schönborn in das Zentrum seiner Predigt bei der Festmesse am Sonntagabend zum Beginn der Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz, die noch bis Donnerstag Abend in Sarajewo tagt. Die Menschen dieser Stadt hätten im letzten Krieg während der Belagerung "das Kreuz erlebt, und wir sind dankbar für dieses Zeugnis", so Schönborn. Weil in Bosnien-Herzegowina der Frieden aber noch nicht vollendet sei, "beten wir dafür, dass Frieden und Gerechtigkeit kommen und die Kirche in diesem Land eine Auferstehung erlebt."

Herausforderungen von Kirche und Gesellschaft

Am Montag tauschen sich die Mitglieder beider Bischofskonferenzen über die Herausforderungen von Kirche und Gesellschaft in beiden Ländern aus. Das Programm der Bischöfe sieht weiter vor, dass es am Mittwoch zu hochrangigen Begegnungen mit den politischen und religiösen Autoritäten des Landes kommt. So wird Kardinal Schönborn mit einer bischöflichen Delegation die Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina sowie anschließend islamische, orthodoxe und jüdische Amtsträger besuchen. Auf dem Programm der Bischöfe stehen neben einem Gespräch mit dem Hohen Repräsentanten in Bosnien-Herzegowina Besuche im Hauptquartier der EUFOR-Truppen sowie bei kirchlichen und karitativen Einrichtungen.

Und sonst noch ...

Weitere Themen bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe sind die Vorbereitungen auf die Jugendsynode, die im Oktober im Vatikan stattfindet und an der Österreich durch Jugendbischof Stephan Turnovszky vertreten sein wird. Darüber hinaus gilt es auch die künftige Zusammenarbeit der deutschsprachigen Bischofskonferenzen bei der Herausgabe liturgischer Texte zu klären. Grund dafür ist ein Dokument des Papstes, das in diesen Fragen den Bischofskonferenzen mehr Eigenverantwortung als bisher einräumt. (red/kathpress)