In Brasilien nimmt das Bauprojekt "Belo Monte" immer konkretere Formen an. Erwin Kräutler zeigt sich ob der "erzwungenen Massenabsiedelungen" von rund 40.000 Einheimischen entrüstet und setzte sich bei der Vollversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz für die Rechte der indigenen Völker ein.

Der Bischof von Altamira-Xingu, Erwin Kräutler, findet klare Worte für das Milliardenprojekt „Belo Monte“ in Amazonien/Brasilien. Er zeigt sich fest davon überzeugt, dass das Bauvorhaben „ein Flopp und Fiasko wird – nicht nur ökologisch, menschlich, sozial und kulturell, sondern gerade auch finanziell.“

40.000 Menschen werden vertrieben
Im Rahmen des Projekts „Belo Monte“ soll der Amazonas-Nebenfluss Xingu zu zwei Stauseen aufgestaut werden, die etwa der Größe des Bodensees entsprechen. Die Folgen seien nicht nur die Massenabsiedelung von rund 40.000 Menschen, kritisieren zahlreiche NGOs. Das Bauvorhaben entziehe den Einheimischen auch ihre traditionellen Wirtschaftsgrundlagen und erschwere den Zugang zu Versorgungszentren. „Daraus Profit zu schlagen ist unmoralisch“, so die NGOs, unter denen auch die österreichische „Dreikönigsaktion“ (DKA) ist.

Eine Schande
„Es ist einfach nicht wahr, dass die indigenen Völker nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Man sagt, ihre Völker werden nicht überflutet, aber die Wahrheit ist, dass man ihnen das Wasser abschneidet“ beschreibt der gebürtige Vorarlberger Kräutler die Situation der Einheimischen. Harsche Kritik übt auch Herbert Wasserbauer von der DKA: „Belo Monte bringt für die betroffenen Leid und Zerstörung. Dass europäische Konzerne hier mitmachen ist eine Schande.“ 

 

Weitere Informationen:

- Grenzüberschreitender NGO-Appell an Andritz & Co (DKA)

- plattform belo monte