Angesichts der Hitzewelle in Europa sehen Klimaexperten rot: Sie sei ein erster Auswuchs der globalen Erwärmung – mit weiteren, böseren Folgen...

Willkommen im Weltuntergang! Oder wie würden Sie diese Hitze nennen, die Stürme, den Mangel an Insekten? Klimaexperten jedenfalls sind sich einig: Das ist die Quittung. Für all das Benzin, das wir verfahren, das Kerosin, das wir verfliegen und unsere ganze Industrie. Ohne eine 180-Grad-Wende im Klimaschutz sehe es düster aus für unsere Welt.

Planetarisches Tafelsilber

Oder um es mit Klimaforscher Ottmar Edenhofer zu sagen: Bisher gebe es zwar eine „blühende politische Rhetorik“, aber bei der konkreten Umsetzung von Klimaschutzprojekten hapere es gewaltig. Die Menschheit müsse sich fragen, „ob sie das planetarische Tafelsilber weiter verscherbeln will, oder ernsthaft Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln“ übernehmen wolle. Eine Weltklimapolitik sei nötiger denn je, erklärte der Potsdamer Wissenschaftler bei den laufenden Salzburger Hochschulwochen, wo Forscher, Philosophen und Theologen mit rund 800 Teilnehmern noch bis Sonntag referieren und debattieren.

Schluck! Und Edenhofer ist nicht allein. Angesichts der momentanen Dürre in Europa ruft auch die Welternährungsorganisation (FAO) dazu auf, das Klima-Abkommen von Paris endlich umzusetzen. „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass so etwas immer öfter vorkommen wird. Nicht nur in Europa, sondern weltweit“, sagte der Direktor der Abteilung für Klima- und Umweltfragen bei der FAO, Alexander Jones, am Mittwoch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das Abkommen sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Im Moment ist es kaum das Papier wert, auf dem es steht. Denn es passiert: nichts (oder nicht genug).

Der Klimawandel sei eine Bedrohung für die Welternährung, erklärt Jones. 830 Millionen Menschen litten bereits jetzt unter mangelnder Ernährungssicherheit. Jeder Temperaturanstieg sei für sie lebensbedrohend: „Eine Missernte in Deutschland bedeutet wirtschaftliche Not und vielleicht Pleiten. In Afrika bedeutet das Tod.“ Die Verbraucher in den industrialisierten Ländern müssten sich indes auf steigende Preise für verderbliche Ware wie Obst und Gemüse einstellen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Vielleicht ist das ein Hoffnungsschimmer, denn uns Menschen packt man bekanntlich am besten über unseren Geldbeutel. Edenhofer findet noch einen zweiten Grund zur Hoffnung: Papst Franziskus. In seiner Enzyklika „Laudato si“ habe er das Klima als „ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle“ bezeichnet (Punkt 23). Damit habe das Kirchenoberhaupt Edenhofers eigene Formulierung von einem „globalen Gemeinschaftseigentum der Menschheit“ aufgegriffen – eine Formulierung, die von zahlreichen Fachkollegen und Wissenschaftlern geteilt werde, die es aber dann doch „nur“ in eine Fußnote des Pariser Klimaabkommens geschafft habe.

Keinen Zweifel ließ Edenhofer indes an der Dramatik der Prognosen und am Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß, der Abholzung der Wälder und dem Klimawandel bzw. dem weltweiten Temperaturanstieg. „Wer das bestreiten will, kann das tun – aber er legt sich dann auch mit den Hauptsätzen der Thermodynamik an.“

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 Quelle: kathpress.at (1 | 2 | 3)  / red