Am 31. Juli 2022 wurde an den Sünser See zur Bermgesse mit Dekan Paul Burtscher geladen.

Als sich die ersten Menschen am frühen Morgen vom Furkajoch aus in Richtung Sünser See aufmachten, ließ sich noch nicht erahnen, wie das Wetter mitspielen sollte. Am Vortag hatte es noch geregnet, so war der kurze Aufstieg noch von nassen Steinen und rutschigem Erdreich gezeichnet. Die ersten Motivierten, die sich zum See aufmachen sollten, schlugen jedoch nicht den direkten Weg über die Sünser Alpe ein. Sie nutzen vielmehr die frühe Stunde, um Gipfel wie den Portlakopf, das Portlahorn oder die Sünser Spitze abzuklappern. Und je später die Stunde, desto mehr Menschen konnten von den Bergspitzen aus auf den zahlreichen Pfaden zum See ausgemacht werden.

Am See gesellten sich zu der immer größer werdenden Menschenschar auch die ersten neugierigen Kühe, die - in der zweiten Reihe platziert - neugierig verfolgten, was auf ihren Alpwiesen Neues passiert. Um 11 Uhr traf dann der Rest der Kühe ein - natürlich nicht ohne sich lautstark zu begrüßen. Das war zeitgleich ein passender Start für die sehr schön gestaltete Alpmesse mit Dekan Paul Burtscher.

Gedenken

Im Rahmen der Messe wurde im Speziellen dem langjährigen Jagdpächter Lothar Nachbauer und dem Landwirt Edwin Spiegel gedacht. Lothar Nachbauer habe die Jagd auf den Hohenemser Alpen vorbildich betrieben und sei diesen immer sehr verbunden gewesen. Drei von vier MusikantInnen, die die Messe vorbildlich begleiteten, sind Kinder von Lothar Nachbauer. Auch Edwin Spiegel war den Alpen und dem Vieh - sein eigenes Vieh war auch auf der Alpe - sehr verbunden gewesen.

Dekan Paul Burtscher rief in der Messe dazu auf, das zu tun, zu was das Ambiente schon sowieso einlädt: Still zu werden, zu sich zu kommen und die Zeit der Messe für sich zu nutzen. "Die Sonne, die Luft, der See, das Vieh, das ist alles ein großes Geschenk, das wir hier bestaunen dürfen", sagte er. Passend zu diesen Worten brach auch die Sonne, deren Abwesenheit vielen Menschen bei der Wanderung Kühle verschafft hatte, durch die Wolken, um die sitzenden Gläubigen zu wärmen. In seiner Predigt betonte der Dekan die Haltung der Bescheidenheit und Habgier, die sich gerade auch in der kapitalistischen Gesellschaft, aber auch im Kleinen in Familien, zeigen könne. Der Überluss, der die Grundlage unseres aktuellen Wohlstandes bildet, sei dabei gefährlich, wenn er zu einer Bedingung werde - wenn man ohne ihn nicht mehr leben könne, wenn er zum Selbstweck werde. Dekan Burtscher legte jedem Nahe, ein paar Tage auf einem Maisäß zu übernachten, mehrere Tage zu wandern oder sich auf dem Jakobsweg zu verweilen. Hier merke man erst richtig, dass Überluss nicht immer notwendig sei.

Die Messe am Sünser See führt auf einen traurigen Umstand zurück. Vor knapp 50 Jahren, Anfang August, ertrank Gottlieb Peter mit seinem Ross im Sünser See. Zum Gedenken wurde ein kleines Bildstöcklein errichtet und die Bergmesse ins Leben gerufen.

Nach der schönen Messe ging es für die knapp 200 Gläubigen wieder erfrischt nach Hause - oder eben zur Sünser Alpe, wo die Messe und der Tag noch gemeinsam bei Speis, Trank und guter Musik, ausgeklungen werden durfte.

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