Und jetzt auch noch das: Greta Thunberg erhält den Right Livelihood Award für ihr Engagement gegen den Klimawandel.

Das wurde Mittwoch bekannt – zwei Tage nach ihrer emotionalen Rede beim UN-Klimagipfel, sechs Tage, nachdem ihr und der Bewegung „Fridays for Future“ der „Botschafter des Gewissens“-Preis von Amnesty International zuerkannt wurde. Und man fragt sich, wie sie das wohl findet. Ob sie sich freut über diesen Alternativen Nobelpreis – oder ob es ihr lieber wäre, würden all die Hände, die ihr nun – schon wieder – applaudieren, stattdessen mit anpacken und endlich etwas bewegen.

Auszeichnung für eine ganze Bewegung

„Ich bin sehr dankbar, eine der Empfängerinnen dieses ehrenvollen Preises zu sein“, erklärte die 16-Jährige gegenüber der Right Livelihood Stiftung, die den Award heuer zum 40. Mal vergibt. „Eine solche Auszeichnung gilt allerdings nie mir allein. Ich bin Teil einer weltweiten Bewegung von Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters, die sich entschieden haben, unseren lebenden Planeten zu verteidigen“, erläutert Thunberg weiter. Mit ihnen allen teile sie diese Ehrung.

Neben Thunberg werden die Menschenrechtsverteidigerin Aminatou Haidar aus der Westsahara, die chinesische Juristin Guo Jianmei und Davi Kopenawa bzw. seine Indigenen-Organisation Hutukara Associação Yanomami aus Brasilien mit dem Award gewürdigt. Die Entscheidung wurde von einer internationalen Jury getroffen, die die Preisträger/innen unter 142 Nominierungen aus 59 Ländern auswählte.

Praktische Visionäre

„Mit den 40. Right Livelihood Awards ehren wir vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen“, erklärte Ole von Uexküll, Direktor der Right Livelihood Foundation, am Mittwoch in Stockholm. Neben dem Preisgeld i. H. v. 1 Million SEK (94.000 EUR) werde den Preisträger/innen eine dauerhafte Begleitung sowie Hilfe geboten, wenn deren Leben und Freiheit in Gefahr sind.

Menschenrechtsverteidigerin Aminatou Haidar erhält die Auszeichnung „für ihren unerschütterlichen gewaltlosen Widerstand, trotz Gefangenschaft und Folter, im Streben nach Gerechtigkeit und Selbstbestimmung für das Volk der Westsahara.“ Die Juristin Guo Jianmei wird „für ihre bahnbrechende und beharrliche Arbeit zur Stärkung der Frauenrechte in China“ geehrt. „Für ihre mutige Entschlossenheit, die Wälder und die Artenvielfalt des Amazonas sowie das Land und die Kultur seiner Ureinwohner zu schützen“ werden Davi Kopenawa als Sprecher der indigenen Yanomami-Bevölkerung in Brasilien und seine Organisation Hutukara Associação Yanomami ausgezeichnet.

40 Jahre Right Livelihood Award

Die Auszeichnung wird am 4. Dezember in Stockholm verliehen. Anlässlich des 40. Jubiläums ist erstmals auch die breitere Öffentlichkeit eingeladen. Edward Snowden, der 2014 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet wurde, wird per Liveschaltung aus Moskau an den Feierlichkeiten teilnehmen, außerdem werden die Künstler/innen José González und Ane Brun auftreten.

Quelle: Right Livelihood Award / red