Der Nothelfer

Gedenktag Georg: 23. April
Name: Der Name stammt aus dem Griechischen (Georgos) und bedeutet Bauer, Landwirt. Es ist einer der verbreitetsten Vornamen: Georg, Jürgen, Jörg, York oder auch als Schurli, Schorsch (vom franz. Georges), Giorgio oder Gino (italienisch), György (ungarisch), Jure (kroatisch), Jorge (spanisch/portugiesisch), Jiří (tschechisch), Jerzy oder Jurek (polnisch) usw.
Visitenkarte: Ritter, Held und starker Beschützer

Als großer Held und Kämpfer scheint Georg noch in der Spätantike eine ideale Projektionsfläche für entsprechende Legendenbildung gewesen zu sein. Er wird schon ab dem 6. Jahrhundert zu einem Prototyp der sog. Märtyrer vom unzerstörbaren Leben. Das sind Märtyrer, die einer Vielzahl tödlicher Qualen hintereinander unterzogen werden, aber immer wieder mit göttlicher Hilfe unversehrt aus der Marter hervorgehen. Im Mittelalter kommt noch die Legende vom Drachen dazu und damit wird er der wichtigsten Patron der Kreuzfahrer.
Nachdem er sich als Schutzpatron von Richard Löwenherz im Kreuzzug bewährte, wurde er zum Schutzpatron Englands bestimmt und sein Namenstag als nationaler Feiertag begangen. Noch heute bildet das rote Georgskreuz auf weißem Untergrund die englische Flagge, die später in den Union Jack eingegangen ist. Viele Länder übernahmen das Patronat Georgs: das ehemalige byzantinische Reich, Georgien, Äthiopien, Griechenland, Serbien oder Litauen.

Nothelfer
Das Vorbild christlicher Tapferkeit gilt selbstverständlich als Patron der Kreuzfahrer, Soldaten und Reiter und in diesem Sinn später auch als Patron der Pfadfinder. Weiter war der Patron verschiedener kraftraubender Berufe und wurde angerufen als Patron der Spitäler sowie bei Schlangenbissen, Fieber, Pest und Lepra.

Archetypisch
Georg ist der Gegenpol zu jeder Form blutleerer Frömmigkeit. Ein mutiger, tatkräftiger Mann zieht seines Weges und stellt sich den Herausforderungen und er tut es nicht für sich, nicht für Ruhm und Ehre, sondern für andere Menschen. Im Drachen begegnet ihm eine Verkörperung des Bösen und er weiß, dass man das Böse nicht anflehen kann, ohne ihm auf den Leim zu gehen. Da ist Tatkraft gefordert und es muss gehandelt werden; anders kann das Böse nicht besiegt werden. Das Schwert steht nicht nur für Gewalt, es steht auch für den klaren Schnitt, den es im Leben manchmal braucht, gerade angesichts des Bösen.

Attribute
Die häufigste Darstellung Georgs ist die als Ritter auf dem Pferd, der mit seiner Lanze den Drachen durchbohrt.

Weitere Informationen
Markus Hofer, Andreas Rudigier: Die Vierzehn Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket, Innsbruck 2020 (Tyrolia Verlag)

Foto oben: Das Bild ist ein Ausschnitt des jugendlichen Ritters aus einem orthodoxen Fresko.