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Haben wir Weihnachten verkauft?!
Über den Konsumstress, die Geschenke-Orgien und die unsozialen Verhältnisse in der stillsten Zeit des Jahres


Montag, 3. Dezember 2018, 20.00 Uhr
Kolpinghaus Dornbirn

Die vorweihnachtliche Adventszeit ist eine Zeit der Ruhe, Besinnung, Vorfreude und Familie – so heißt es zumindest. In Wirklichkeit sind gerade in dieser Zeit viele Menschen abgehetzt und gestresst, sie eilen von einem Geschäft zum nächsten um das ideale Weihnachtsgeschenk für die Liebsten zu ergattern. Und allzu oft wird der Betrag auf dem Preisschild als Ausdruck unserer Liebe gegenüber einem anderen Menschen verstanden. Nach dem Weihnachtsshopping geht es dann mit den Freunden auf den Christkindl-Markt, denn Glühwein und Punsch dürfen in dieser Zeit, die ursprünglich eine Fastenzeit war, nicht fehlen. Auch nicht missen wollen wir Lebkuchen und Adventkalender, die bereits im Hochsommermonat August in den Supermarktregalen hoch aufgetürmt auf ihren Verzehr warten. Müde und erschöpft daheim angekommen, quellen Unmengen an Werbeprospekten und Katalogen aus dem Briefkasten, die uns sagen, was die Tochter, der Partner oder die Mutter sich unter dem Christbaum wünschen und was unter keinen Umständen fehlen darf, denn schließlich wollen wir unseren Nächsten zeigen, dass wir sie lieben.

Die vorweihnachtliche Einkaufsschlacht verlangt nicht nur den Kunden viel ab, ganz besonders gefordert sind in dieser Zeit die Angestellten in den Geschäften durch mehr Kunden und kundenfreundliche verlängerte Öffnungszeiten. Denn auch die Wirtschaft steht unter Druck, schließlich soll das Umsatzplus vom letzten Jahr übertroffen werden.

Was ist aber aus der eigentlichen Bedeutung von Weihnachten geworden und welche Erwartungen haben wir heute an dieses Fest? Worum geht es beim gegenseitigen Beschenken tatsächlich? In einer Zeit, wo (fast) alles zu jeder Zeit in den Geschäften oder Online verfügbar ist, haben wir verlernt auf etwas zu warten? Müssen wir wieder lernen, bewusst zu konsumieren? Was bedeutet diese Zeit für die Menschen, die im Handel arbeiten? Und was ist mit jenen Menschen, die sich Weihnachten eigentlich gar nicht leisten können? Was würde passieren, wenn wir alle beschließen, den Einkaufsmarathon heuer ausfallen zu lassen und nichts zu schenken? Welche Folgen hätte das für unsere Wirtschaft, die mit ausgeklügelten Marketingstrategien unser Konsumbedürfnis immer weiter antreibt? Diese und andere Fragen wollen wir gemeinsam mit unseren Podiumsgästen und Ihnen diskutieren!

Impulsvortrag
Ao. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Guggenberger, Systematische Theologie, Universität Innsbruck

Auf dem Podium
Ao. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Guggenberger
George Nussbaumer, Pianist, Sänger, Sprecher
MMag. Simone Strehle-Hechenberger, Leiterin ifs Schuldenberatung
Theresia Fröwis, Unternehmerin, WKO Spartenobfrau Handel

Moderation
Thomas Matt

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