Die Kirchenszene in Vorarlberg ist lebendig. Das zeigte sich unter anderem beim „Schiff ahoi!“-Netzwerkabend der Sommerkirche-Crew und des Neu.Land!-Teams, bei welchem sich über 50 verschiedene und im ganzen Land engagierte Menschen zu Inspiration und Austausch trafen.

Die Liste jener Menschen, die die Kirche modernisieren und den Menschen näherbringen möchten, ist lange und bunt – seien es die vielen Miniteams, engagierte Geistliche, KirchenraumpädagogInnen, MusikerInnen, Ehrenamtliche oder die Hauptamtlichen in Diözesanhaus und Pfarrgemeinden. Um diese Vielstimmigkeit zu einem regelrechten Chor zu vereinen – sprich die Menschen miteinander in Kontakt und Kooperation zu bringen – lud das Neu.Land!-Team kürzlich zu einem gemeinsamen „Schiff ahoi!“-Abend auf die Alte Fähre in Lochau. Und die Menschen kamen, sehr auch zur Freude von Generalvikar Hubert Lenz, der den Abend einleitete und gleichzeitig dazu aufrief, den aktuellen synodalen Weg auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens fortzuführen.

Von GründerInnen lernen

Wie Innovation in den Alltag eingebaut wird, lernt man am besten von Menschen, die schon ihre eigenen Ideen umgesetzt haben – wie etwa von den beiden GründerInnen Clarissa Steurer (clarissakork.com) und Ralf Pfefferkorn (sodex.at), die im Interview mit Mona Pexa und Thomas Berger-Holzknecht von Neu.Land! von ihren Erfolgsgeschichten erzählen konnten. Clarissa Steurer machte sich mit Produkten aus Korkleder selbständig: „Man darf nicht aufgeben, wenn man eine Idee und Vision hat. Und es braucht eine Person, auf die man zurückgreifen kann, einen Mentor“, gibt sie den vielen KirchenpionierInnen auf ihrem Weg mit. Ralf Pfefferkorn hat gemeinsam mit jungen Tüftlern aus Vorarlberg die Firma Sodex gegründet mit dem Ziel, autonome Baumaschinen zu schaffen: „Leidenschaft war immer das wichtigste in meinen Projekten. Man sollte immer an das große Ziel denken“, sagt er: „Und man sollte hinausgehen und mit so vielen Menschen wie möglich über seine Ideen sprechen. Auch negatives Feedback ist gut!“

Aktiv werden!

Mit den Interviews der beiden im Hinterkopf ging es im dritten Teil der Veranstaltung darum, sich untereinander auszutauschen und ins Gespräch zu kommen. „Ihr seid alle PionierInnen! Geht mutig aufeinander zu“, sagte Manuela Gangl vom Team Neu.Land! Die Vorstellung, wie die Kirche von morgen für die TeilnehmerInnen ausschauen solle, brachte die vielen Anwesenden auf einen roten Faden: „Die Kirche von morgen soll auf die Menschen zugehen. Sie soll Menschen einbinden und ihre eigenen Strukturen und Ansichten überdenken“, war der Tenor. „Wenn man ein Haus saniert, muss man auch alles ausräumen und dann neu anordnen“, steuerte Ralf Pfefferkorn bei. Das heiße nicht, dann man alte Bräuche verwerfen solle. „Aber was spricht dagegen, neue zu etablieren?“, fragt er.

Pionierkurs, Kamingespräch und mehr

Und Möglichkeiten dazu gibt es viele – wie etwa mit dem Neu.Land!-Pionierkurs, der Ende Oktober startet. Bei diesem lernt man von innovativen GründerInnen, wie das eigene Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann. Wie etwa von Sandra Hollenstein, die Menschen und Teams in ihren Change-Prozessen begleitet. Einen weiteren Input für InnovateurInnen und EntdeckerInnen gibt es beim nächsten Neu.Land!-Kamingespräch in der Startupstube in Dornbirn oder beim fx-Netzwerktreffen in St. Gallen, zu welchen alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Auch die Dialog-Boxen, die im Rahmen der Sommerkirche zum Einsatz kamen, und nun mit weiteren Karten und Veranstaltungsanleitungen für den Herbst angereichert wurden, konnte den anwesenden PionierInnen gezeigt werden.

Mit den vielen Inputs blieb der Gesprächsstoff im anschließenden „Networking“ zwischen den TeilnehmerInnen nicht aus. Und ob an diesem Abend die ein oder andere gemeinsame Idee geboren wurde, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.