Was ich vom Löwenzahn lernen möchte

Gestern bei der Onlineschulung Purzelbaumgruppenleiterinnen ging es unter anderem auch um den Löwenzahn. Heute Morgen finde ich überall diese kleinen nicht zu fassenden Schirmchen auf meinem Schreibtisch und sie lösen keinen Ärger in mir aus, im Sinne von, das gehört doch nicht auf einen Schreibtisch, sondern sie machen mein Herz froh und beschwingt und inspirieren mich zum Nachdenken und Schreiben.

Löwenzahn der Wilde

Keine andere Blume trotzt der intensiven Bewirtschaftung der Felder mehr wie der Löwenzahn. Jedes Jahr färbt er ganze Wiesen gelb ein, hat Wurzeln, die von Hand kaum ausgerissen werden können und wenn er verblüht, verschenkt er sich so großzügig, sodass im nächsten Jahr jede Ritze, jedes kleinste Stück freie Erde zur Grundlage eines neuen Löwenzahnlebens werden kann.

Wie widerständig bin ich?

Wie sehr trotze ich den Widrigkeiten in dieser Zeit? Lass ich den Kopf hängen, oder suche ich die "freien Stellen" in meinem Leben, um zu erblühen? Auf die Frage: "Wie geht es dir?", bekomme ich im Moment immer wieder die ähnliche, fast beschämte Antwort: "Eigentlich total gut. Ich genieße mein reduziertes Leben". Der Löwenzahn aus der Ritze zeigt keine Zurückhaltung, er strahlt genau so gelb, wie der neben dem Kompost. Warum trauen wir uns das nicht?

Verschenke ich mich genug?

Was mich aber an dieser Blume fast noch mehr fasziniert, ist die Verwandlung zur Pusteblume. Bevor sie sich dem absterbenden Zyklus des Lebens hingibt, verschenkt sie alles, was sie hat. Ich dagegen halte fest an Gewohnheiten, an Dingen, an Beziehungen und vergesse dabei oft mich in diesem aktuellen Moment einfach ganz zu verschenken und im nächsten und im nächsten...