Mit dem Pfingstfest und der Herabkunft des Heiligen Geistes geht die Osterzeit zu Ende. Der Heilge Geist schenkt Weisheit und Einsicht und spornt an zum Guten. Gedanken zum Pfingsfest von Bischof Benno Elbs.

Seit letzter Woche wissen wir: Der FC Liverpool ist Sieger der Fußball Campions League. Wie so ein Triumpf möglich ist? In den Reaktionen nach dem Spiel haben die Spieler immer wieder betont: Teamgeist und Zusammenhalt. Gemeinsam ist man stark – das bekannte Lied „You’ll never walk alone“ ist deshalb nicht nur die heimliche Hymne, sondern auch eine Grundeinstellung des englischen Vereins.

Dieser Wille zum Zusammenhalt ist nicht immer und überall anzutreffen. Sollte es der vielzitierte Zeitgeist je geschafft haben, sich in einen Spruch zu verwandeln, dann in diesen Werbeslogan einer deutschen Bank: „Unterm Strich zähl ich!“ Meine Bedürfnisse, meine Karriere, mein Geld, mein Besitz, nur ich und meine Meinung zählen. Selbstliebe hat nicht nur Suchtcharakter, sondern isoliert und macht zudem blind für die Situation der anderen.

Die biblische Erzählung von Pfingsten jedoch scheint ein Gegenbild dazu zu sein. Es sind starke Zukunftsbilder, auf die wir da stoßen: Der Heilige Geist kommt auf die Menschen herab. Plötzlich verstehen einander fremde Völker und besinnen sich auf das Gemeinsame jenseits aller Trennung. Es ist der Geist Gottes, der verbindet und die Menschen zu einer Einheit zusammenführt.  

Apropos Verbundenheit: Der Trainer des FC Liverpool, der bekennende Christ Jürgen Klopp, war es übrigens auch, der kurz vor dem Finale ein berührendes Zeichen setzte. In einer Videobotschaft hat er sich an einen todkranken Fan gewendet und ihm versichert, dass das Team in Gedanken bei ihm sei. Diese Geste passt wunderbar zum Pfingstfest. Denn „Beistand“ und „Tröster“ sind seit alter Zeit andere Namen für den Geist Gottes. Dahinter steht die Erfahrung, dass Gott uns in jeder Situation unseres Lebens nahe ist. Auch das ist eine Botschaft von Pfingsten, die mit dem Heiligen Geist in die Welt kam.