VertreterInnen verschiedener Glaubensrichtungen in Vorarlberg beteten als Reaktion auf den Terroranschlag in Wien gemeinsam für den Frieden.

„Friede sei mit dir! Schalom! Salam Aleikum!“ Mit diesen Worten endete Pfarrer Michael Meyer von der Evangelischen Kirche Dornbirn sein Statement. Es kann als Überschrift dienen für einen Abend, der Worte suchte für das Unaussprechliche, nach Gesten als Reaktionen auf das Unbegreifliche, nach Zusammenhalt in Zeiten des physischen Abstands. Viele Vorarlberger/innen waren dank des Livestreams mit den Religionsvertretern im Gebet verbunden.

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Altkatholische Kirchengemeinde Vorarlberg

Bischof em. Mag. Dr. Johannes Okoro

„Wenn wir ein kleines Licht weitergeben, strahlt immer ein bisschen Wärme zurück“

Hass, Terror, Ausbeutung, Krieg, Kindesmissbrauch, Sklaverei, Vorurteile und Manipulation sind heute allgewärtig. Menschen sterben in Wien und anderswo, weil die Macht des Bösen überhandnimmt. Alle diese Geschehnisse machen uns betroffen und die Angehörigen haben unser tiefstes Mitgefühl. Wir brauchen jetzt in allen Religionen und Gruppierungen, Menschen, die bereit sind Brücken zu bauen. Gott schenke uns dafür die Voraussetzung. Amen.


Serbisch-orthodoxe Kirche in Feldkirch

Pfarrer Nikola Balovic, Gemeindevorsteher

1. Johannes 4,18: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.

In diesen Tagen der Trauer, die von grausamen und feigen Angriffen auf unschuldige, wehrlose Brüder und Schwestern ausgelöst wurden, möchten wir unsere Anteilnahme Christus unserem ewigen Lebens- und Trostspender empfehlen.

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Islamische Religionsgemeinde Vorarlberg

Elif Dagli, BA, Vorsitzende

Ein schwer bewaffneter Mann, nahm in nur wenigen Augenblicken vier Menschen das Leben. Ein Mann, im Irrglauben, damit seinem Glauben Ausdruck zu verleihen und sich Gottes Gunst erhaschen zu können. Ein Verblendeter. Ein Terrorist. Getrieben von einer Ideologie, die nur ein Ziel verfolgt: Unruhe zu stiften, Angst und Schrecken zu verbreiten, und uns als Gesellschaft zu entzweien.

Die unschuldigen Seelen seiner Opfer werden für immer in unseren Gedanken, in unserer Erinnerung bleiben. Geduld, Trost und Genesung möge mit ihren Hinterbliebenen, mit ihren Liebsten sein. Ihnen gilt unser tiefempfundenes Mitgefühl und unsere Anteilnahme.

Friede, Verantwortung, Akzeptanz, Respekt und Solidarität sind das A und O, die und als Gesellschaft zusammenhalten. Nur Miteinander werden schwierige Zeiten überstanden. Nur gemeinsam heilen wir unsere Wunden. Unser Glaube kann uns dabei helfen, wenn wir nach seinen Grundwerten leben.

Der Hinduismus steht für Geduld und Toleranz. Der Buddhismus steht für das Ende des Leids. Das Judentum ruft dazu auf, die Menschen zu lieben. Auch das Christentum beruht auf der Nächstenliebe. Der Islam bedeutet Frieden.

Alle drehen sich jedoch letztlich um das uns Verbindende: nämlich die Liebe. Die Liebe zu unseren Mitmenschen, zu Tieren, zum Universum, zur Umwelt, zu allen Geschöpfen Gottes und auch zu Gott selbst. Wer eine gesunde Liebe zum Schöpfer pflegt, wird seinen Halt auch niemals verlieren.

Füllen wir unsere Herzen mit Liebe und schenken sie an unsere Nächsten weiter. Niemand soll jemals aus welchem Grund auch immer ein anderes Geschöpf Gottes seelisch oder gar körperlich verletzen. Was in Wien geschehen ist, ist eine unverzeihliche Tat, durch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.

Terror, Gewalt, Rassismus, Hass, Angst, Leid, Ungerechtigkeit, Missstand, Elend, Unwissenheit, Willkür, ein alleiniger Wahrheitsanspruch, sollen uns fern sein. Alles was uns als Gemeinschaft schadet, was uns als Gemeinschaft Leid zufügt und für Unruhe sorgt, soll uns fern sein. Unseren Zusammenhalt, unsere Schutzmauer um unsere Gesellschaft herum stärken wir mit unserer Liebe und all unseren gemeinsamen Werten auf, dass sie niemals einbrechen möge.

Als österreichische Muslima, als gottergebener Mensch, werde ich immer danach trachten, Frieden zu stiften, mein Herz mit Liebe zu füllen und diese all meinen Mitmenschen zu schenken. So auch Ihnen.

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Katholische Kirche Vorarlberg

Bischof Dr. Benno Elbs

Allmächtiger, gütiger und barmherziger Gott, mit allen Menschen guten Willens bitten wir um den Frieden in dieser Welt.
Rühre du die Herzen der Menschen an und gib uns Gedanken des Friedens und der Versöhnung.
Gib, dass der Wille zum Frieden den Hass überwindet und Rache der Versöhnung weicht.

Lass die Menschen erfahren, dass sie alle deine Kinder und Geschwister sind, denen du deine Liebe schenkst
Gütiger Gott, mach uns und alle Menschen zu Werkzeugen deines Friedens.
Mache mich, Herr, zu einem Werkzeug deines Friedens. Dass ich liebe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt, dass ich verbinde, wo Streit ist, dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert, dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, mache uns zu einem Werkzeug deines Friedens.

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Bahá’í-Gemeinde in Vorarlberg

G. Winkler, A. Bonyadi, M. Neunteufel

Angesichts der Schrecknisse dieses Jahres 2020, zuletzt sichtbar in einem mörderischen Terrorakt inmitten von Wien, möchten die Bahá’í, um die Lage besser zu verstehen, auf ein Zitat von Bahá’u’lláh hinweisen, welches die Menschheit als Gesamtes anspricht und aktuelle schwere Herausforderungen im Dienste eines wachsenden Bewusstseins der Einheit aller Menschen verstehen lässt:

„Das Wohlergehen der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.“ Bahá'u'lláh

„Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Lasst sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden.“ Bahá'u'lláh

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Evangelische Kirche Dornbirn

Pfarrer Michael Meyer

Betroffen und schockiert erleben wir, wie Menschen in Wien Opfer eines schrecklichen Attentats werden. Hass und Gewalt im Namen Gottes verbreiten Angst und Schrecken.

Wir beten in dieser dunklen Stunde um Trost und Gerechtigkeit und um Frieden zwischen Kulturen, Nationen und Religionen. Gewalt führt zu Gegengewalt, Hass und völliger Vernichtung. Liebe überwindet Hass, beendet Gewalt, reicht dem Feind die Hand und versöhnt sich mit ihm. Liebe weigert sich, Feinde zu sein.

Jesus von Nazareth sagt: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, 45 auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mat. 5, 44-45).

Wir verbinden uns mit allen, die Liebe und Frieden mit dem Namen Gottes verbinden. Wir hoffen und arbeiten für eine neue Welt in der Menschen einander Gutes tun und Frieden wünschen.

Friede sei mit dir! Schalom! Salam Aleikum!

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Buddhistisches Kloster Feldkirch

Helmut Gassner


Wir glauben, dass die Essenz aller Religionen universelles Erbarmen und universelle Liebe ist und dass das eigentliche Ziel jeder Anwendung von Religion das Überwinden von Egoismus und Hass ist.

Deshalb werden Handlungen aus Hass niemals religiöse Handlungen sein.
Solche Handlungen haben ihren Ursprung in einem verwirrten Geist.
 
Mögen wir dafür beten, dass alle Menschen immer frei von allen Täuschungen und Verwirrungen sein mögen.

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