Ostern nimmt die Zukunft des Menschen in den Blick. Die Auferstehung Jesu schenkt Hoffnung und Vertrauen für all das, was im Leben noch kommt. Zukunftsträchtig ist auch das Engagement vieler junger Menschen, die sich für den Umweltschutz stark machen. Gedanken zum Osterfest von Bischof Benno Elbs.

Viel Sympathie und Solidarität strömt den Jugendlichen entgegen, die Woche für Woche für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Sogar Papst Franziskus hat kürzlich die Courage dieser jungen Menschen bewundert. „Fridays for future“ heißt die Initiative, bei der Schülerinnen und Schüler sich für Natur- und Umweltschutz einsetzen und zugleich die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft mahnen, dass sie zu wenig, ja viel zu wenig für die Zukunft der Erde und der kommenden Generationen tun. Denn sie, die jungen Menschen von heute und von morgen, sind es, die von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein werden.

Doch nicht nur das atmosphärische Klima ist bedroht. Auch andere – gesellschaftliche und zwischenmenschliche – Barometer dürfen wir nicht vergessen: das Hoffnungsklima, das Glaubensklima, das soziale Klima, das Sinnklima. Was gibt dir Halt im Leben? Worauf würdest du alles setzen? Was sollte unbedingt bestehen bleiben, wenn morgen alles anders wäre?

Ein Tag, an dem alles anders wurde, war auch der Ostermorgen. Für die Jünger Jesu war Ostern ein Tag der Verwandlung. Angesichts des Todes Jesu am Kreuz waren sie enttäuscht, mutlos, verunsichert. Doch da trat der Auferstandene in die Mitte ihrer Ängste, Nöte und Verzweiflung und sprach Worte, die aufrichteten. Und sie begannen, ihr Leben, ihre Umwelt und schließlich die ganze Welt zu verändern.

Ob Ostern oder „Fridays for future“ – es geht in unterschiedlicher Weise um die Zukunft für uns Menschen, um ein Leben in Fülle. „For future“ könnte deshalb als Titel über dem Osterevangelium stehen. Denn Ostern ist ein Fest der Zukunft. Man glaubt: Es ist alles aus – um dann zu erfahren: Es geht weiter. Ich wünsche uns für das diesjährige Osterfest offene Augen und offene Sinne für die vielen Zeichen der Auferstehung in unserem Leben.

Bischof Benno Elbs