"Aufeinander hören, miteinander reden" lautete das Leitwort der viertägigen Beratungen der österreichischen Bischofskonferenz, die ihn der Salzburger Abtei Michaelbeuern stattfand. Vier Themen rückten dabei in den Mittelpunkt der Gespräche: die Novemberpogrome 1938, das humanitäre Bleibrecht, die Jugendsynode und das Glaubensbuch „YOUCAT for kids“.

Ein Christ kann kein Antisemit sein

"Als eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte" bezeichnete die Bischofskonferenz den Novemberpogrom: Wenn sich die christlichen Kirchen in Österreich des Novemberpogroms erinnern, dann stünden sie dabei unverbrüchlich an der Seite der jüdischen Gemeinde und ihrer Treue im Glauben. "Die Erinnerung an den Novemberpogrom 1938 und den Leidensweg des jüdischen Volkes ist für Christen und die Kirchen verbunden mit dem schmerzlichen Eingestehen eines mehrfachen Versagens:

Zu lange hatte ein jahrhundertelang religiös verbrämter Antijudaismus die Kräfte geschwächt, die nötig gewesen wären, um als Christen dem nationalsozialistischen Rassenwahn und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Zu leise waren die Stimmen in und aus der Kirche, die das Unrecht des Novemberpogroms benannten. Es gab Christen, die jüdischen Mitmenschen beistanden, ihnen halfen und sie retteten, aber es waren zu wenige, viel zu wenige Gerechte." Aber: Eine lebendige Erinnerung eröffne Zukunft, weil der Blick auf die dunklen Seiten der Geschichte davor schützt, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Menschlicher Blick auf jedes einzelne Schicksal

Auch wenn die Zahl der Asylsuchenden seit 2015 deutlich zurückgegangen sei, sei das große ehrenamtliche Engagement vieler für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge geblieben, bedanken sich die Bischöfe. Immer häufiger komme es zuletzt zu dramatischen menschlichen Situationen, wenn auf eine negative Asylentscheidung die Abschiebung folge. "Wer Asyl sucht, darf nicht stigmatisiert oder gar kriminalisiert werden. Parteipolitisches Kalkül darf weder über das Recht noch über die Menschlichkeit dominieren. Aus christlicher Sicht ist klar: Asyl ist ein heiliges Recht und darf nicht zum Schimpfwort werden.", betont die Bischofskonferenz.

Jugendsynode

Erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche standen in den vergangenen Wochen Jugendliche im Mittelpunkt einer Weltbischofssynode (3. bis 28. Oktober)  zum Thema „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“. "Es war nicht nur eine Synode über junge Menschen und ihre Lebensrealität, sondern vor allem ein gemeinsames Sehen und Hören mit Jugendlichen auf die Zeichen der Zeit und auf das, was Gott der Weltkirche heute sagen will." Um glaubwürdig zu sein, brauche es eine Reform der Kirche, die eine Reinigung des Herzens und einen Stilwechsel beinhalte. Diese Feststellung der Synode sei ein bleibender Auftrag für die weltweite Kirche und hier in Österreich.

Glaubensbuch „YOUCAT for kids“

Eine altersgemäße Hilfe beim Glaubensgespräch von Kindern mit Eltern im Frage-Antwort-Stil: Das will der „YOUCAT for kids“ sein. Das Glaubensbuch für 8- bis 12-Jährige und ihre Eltern wird von der Österreichischen Bischofskonferenz herausgegeben und wurde heuer im August beim Weltfamilientreffen in Dublin präsentiert.

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