Jugendliche diskutierten mit Bischof Benno Elbs zum Thema Sterbehilfe

In Österreich soll ab Jänner 2022 nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs Beihilfe zum Suizid nicht mehr strafbar sein. Doch was bedeutet es, wenn ein Mensch keinen Ausweg mehr weiß als sich den eigenen Tod zu wünschen? Wieso sollen wir nicht selbst über unser Lebensende entscheiden dürfen? Und was meint man mit „Würde am Ende des Lebens“ und wie gehen wir damit um? Dazu diskutierten beim 32. Hot-Spot-Talk Bischof Benno und Krankenhausseelsorgerin Dr. Juliane Troy mit 80 jungen Leuten aus Vorarlberg im Pfarrheim St. Martin in Dornbirn.

„Freiheit ist unser höchstes Gut, aber ist jemand er so verzweifelt ist, dass er sterben möchte wirklich frei?“, leitete Bischof Benno Elbs in den Abend ein. Er sieht den neuen Gesetzesentwurf als äußerst problematisch. „Wenn wir einmal den Schritt in diese Richtung wagen, wo ziehen wir dann die Grenzen, damit das Ganze nicht in der Euthanasie endet?“ Dr. Juliane Troy brachte als Krankenhausseelsorgerin den praktischen Blick auf die Sache mit. „Ich bekomme tagtäglich die Hoffnungslosigkeit und die Ängste der Patient*innen mit. Viele fürchten sich davor, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren und damit anderen zur Last zu fallen. Das kann den Wunsch zu sterben verstärken – aus einem sehr verkehrten Grund.“ Den Gegenpol zur Diskussion lieferte eine Jugendliche mit einem Erfahrungsbericht. Ihre Tante hat aufgrund einer fortgeschrittenen Krebs Erkrankung das Angebot zum Freitod in der Schweiz in Anspruch genommen. Sterbehilfe ist ein Thema, das nicht in Schwarz und Weiß gegliedert werden kann, das zeigten auch die Tischgespräche der 80 anwesenden Jugendlichen.

Die Hot-Spot- Talks werden von einem Team von 10 Jugendlichen gemeinsam mit der Berufungspastoral der Diözese Feldkirch und in Kooperation mit der Jungen Kirche organisiert. Sie bieten einen Rahmen um mit Bischof Benno Elbs über aktuelle Themen zu diskutieren.