Diese Woche trafen sich in Innsbruck rund 70 Studentinnen und Studenten, um mit Bischof Benno Elbs und Mathias Moosbrugger ins Gespräch zu kommen.

Jedes Jahr besucht der Vorarlberger Bischof Benno Elbs Innsbruck um bei dieser Gelegenheit mit Studierenden aus dem Ländle ins Gespräch zu kommen. Mitten in der Innsbrucker Innenstadt wurde mit den jungen Erwachsenen zum Thema "Jugend ohne Gott - Ist Glaube nur für Dumme und Schwache" diskutiert. Neben dem Bischof war der gebürtige Bregenzerwälder DDr. Mathias Moosbrugger eingeladen, der an der Theologischen Fakultät unterrichtet.

Was bringt "Glaube"?

Zu Beginn wurde eine Statistik gezeigt, die aufzeigt, wie die Zahl der Konfessionslosen in den letzten Jahren in Österreich gestiegen ist. Bischof Benno Elbs bestätigte die Zahlen, sieht aber positiv in die Zukunft: "Menschen werden sich auch noch in Zukunft nach einem Sinn und einem 'mehr' im Leben fragen." Besonders in Ohnmachtssituationen und in Krisen suchen wir laut Bischof Benno Gott. "Religion gibt dem Leben Struktur. Der Glaube ist ein Alltagsbegriff und gibt jede und jedem Halt in schwierigen Zeiten", bestätigte auch Universitätsprofessor Mathias Moosbrugger.

Kirche? Unpersönlich!

Viele der StudentInnen wollten wissen, was "Glaube" überhaupt sei. Für den Bischof kann man die Frage mit drei Gegenfragen beantworten: "Was bete ich an? Was gibt mir Hoffnung? Woran orientiere ich mich?". Besonders heiß ging es zu, als man auf die aktuelle Situation der „Institution Kirche“ schaute. Patricia, eine Studentin aus Vorarlberg sagte, dass die Kirche "unpersönlich" ist und viele Themen einfach unter den Teppich gekehrt werden.Bischof Benno hörte gespannt den vielen Anregungen und Rückmeldungen der jungen Menschen zu. Er mahnte dabei die Kirche, und auch sich selber, immer wieder auf Christus zu schauen.

Krise und Kirche

Auf die Frage, ob die Kirche aktuell in der größten Krise der Geschichte steht, antwortete der Kirchenhistoriker Moosbrugger, dass es noch keine Zeit ohne Krise in der Kirche gab. "Ich blicke aber positiv in die Zukunft und glaube, dass die Kirche auch noch in 20, 30 Jahren präsent sein wird", so Moosbrugger. Auch über die Liste "Besser heute als morgen Atheist zu werden" wurde diskutiert. Die Top 3 Gründe, "Besser heute noch Christ zu werden" von Bischof Benno Elbs waren: "Religion macht glücklich, Religion macht frei, Religion motiviert mich andere Menschen zu lieben".

Am Ende des Abends gab es Vorarlberger Bier und unterschiedliche Speisen beim Buffet.

Die Hot-Spot-Talks

Unter dem Namen „Hot-Spot-Talk“ organisieren Jugendliche gemeinsam mit der Berufungspastoral der Katholischen Kirche Vorarlberg und der Jungen Kirche laufend Diskussionsabende. Mit dabei ist immer Bischof Benno Elbs. Für ihn ist das Format ein Weg, mit jungen Menschen unkompliziert ins Gespräch zu kommen, zu hören, was läuft und welche Fragen kursieren.  Jede Frage kann und soll gestellt werden. Ganz einfach so. Ohne große Hindernisse und Hürden.