Seit April diesen Jahres wird das Kircheninnere der Pfarrkirche zum hl. Kilian in Koblach auf Vordermann gebracht. Dabei wird auch gleichzeitig der Altarbereich umgestaltet. Am 12. Dezember findet die feierliche Wiedereröffnung mit Altarweihe durch Bischof Benno Elbs statt.

Man erkennt sie momentan fast nicht wieder, die Pfarrkirche zum hl. Kilian in Koblach. Schwere Gerüste füllen das Kircheninnere, statt von schöner Orgelmusik wird der/die Besucher/in von den metallischen Schritten der Arbeiter/innen begrüßt, die am Gerüst ihren Dienst tun. Nachdem anlässlich des 100-Jahre Jubiläums des sakralen Gebäudes 2007-2008 bereits die Außenhülle auf Vordermann gebracht wurde, werden aktuell der Innenraum überarbeitet und die Altar- und Ambokomposition auf den liturgisch aktuellen Stand gebracht. Die Arbeiten laufen dabei (fast) nach Zeitplan, wie Walter Ellensohn vom Koblacher Pfarrkirchenrat bestätigen kann: „Das Gerüst mussten wir für die Malerarbeiten noch bis Mitte November stehen lassen, bis zur feierlichen Eröffnung soll aber alles nach Plan abgeschlossen werden“, sagt er.

Alte Farbe / neue Farbe.

In einem ersten (und größten) Schritt wurde nach dem Start im Frühjahr 2021 die alte Dispersionsfarbe abgetragen, welche früher leider auch für viele historische Bauten verwendet wurde. „Die Dispersionsfarbe ist sehr dicht, so kann die Wand nicht mehr ‚schnaufen‘, eine Feuchteregulierung kann nicht stattfinden - das ist schädlich für die Substanz“, erklärt Bauleiterin Andrea Gökler-Schwarz vom Bauamt der Diözese Feldkirch. Sie koordiniert die Bautätigkeiten und achtet darauf, dass alle Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt werden. „Wir sind sehr froh über die kompetente Begleitung durch das Bauamt“, sagt Ellensohn. Zurück zur Farbe: Diese musste mit einer speziellen Technik entfernt werden. Zuerst wurde ein Leinenstoff mit Leim eingestrichen und großflächig an die Wände „geklebt“. Nach mehrtägiger Einwirkzeit konnte dann der Stoff mit den daran haftenden Farbschichten in einem Stück heruntergezogen werden. „Übrig bleiben dann einzelne Stellen an den Wänden, die nachgebessert werden müssen“, weiß Ellensohn als Augenzeuge zu berichten. Dann wurde die Kirche mit einem neuen, mehrschichtigen Kalkanstrich versehen.
Damit ist es in der Pfarrkirche Koblach aber noch nicht getan - zahlreiche kleinere und größere Arbeiten wie der Umbau der Stufenanlage zum Altarraum, die Dämmung der Kirchendecke, Elektroinstallationen, Restaurierungen und Neuvergoldungen mussten und müssen duchgeführt werden, die Deckenbilder und Statuen werden gereinigt und retuschiert. Auch die 14 Kreuzwegstationen an den Kirchenwänden werden für die Neueröffnung aufwändig restauriert. Bisher waren die Bilder mit Nägelchen an der Wand befestigt. Nach der Reinigung bzw. Restaurierung sollen sie auf Aluminiumtafeln befestigt wieder in den vorhandenen Stuckrahmen, die auch restauriert werden mussten, an der Wand angebracht werden.

Neues im Chorraum.

Auch die Bankreihen und der Chorraum wurden bzw. werden umgestaltet. Bei den bisherigen „Kinderbänken“ vor dem Kreuzgang wurden die Abstände vergrößert, sodass künftig auch Erwachsene wieder genügend Platz zum Sitzen haben. Insgesamt finden rund 650 Menschen in der Kirche Platz.
Der Chorraum wird auf Vorschlag der Altarkommission der Diözese aktualisiert. So werden im Zuge der Baumaßnahmen die Stufen weiter nach vorne gesetzt, sodass der Ambo, der bisher in einer Ecke stand, in der Nähe des Altars Platz findet.
Der Altar selbst wird unter Verwendung des bestehenden Materials verkleinert. „Ins Zentrum des Chorraums kommt dann noch das Taufbecken“, sagt Ellensohn. Damit solle in Zukunft die Feier der Taufe im Chorraum - für kleine Feiergruppen - möglich werden. „Neben den Maßnahmen im Kirchenschiff gibt es noch kleinere Arbeiten auf der Empore, in der Sakristei und im Turm“, führt Ellensohn weiter aus. Was nicht gerichtet werden muss, ist, wie anfangs erwähnt, die Außenfassade. Auch die 1981 eingeweihte und 2003 generalüberholte Orgel ist in einem guten Zustand. Sie wurde für die aktuellen Restaurierungen aber fachgerecht verpackt, um keinen Schaden zu nehmen.

Kosten.

Insgesamt rechnen Bauamt und Pfarre mit einem Kostenumfang von rund 650.000 Euro, wobei der größte Kostenpunkt das aufwändigste Gewerk ist - das Abnehmen und Auftragen neuer Farben und das dazu benötigte Gerüst. Obwohl die Diözese Feldkirch, die Gemeinde Koblach, das Bundesdenkmalamt und das Land Vorarlberg die Renovierung unterstützen, ist die Pfarre großteils auf
Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. „Wir freuen uns sehr über Beiträge aus der Bevölkerung“, sagt Ellensohn. „Interessierte können sich auch gerne bei mir melden, um die bisherigen Arbeiten zu besichtigen.“

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 46 vom 18. November 2021)