Msgr. Georg Schelling (1906-1981) - Annäherungen an eine Priesterbiographie

Quellen & Untersuchungen - Eine Schriftenreihe des Archivs der Diözese Feldkirch

Bd. 8 (Msgr. Georg Schelling)Band 8

Msgr. Georg Schelling (1906-1981)

Annäherungen an eine Priesterbiographie

Archiv der Diözese Feldkirch (Hrsg.), Msgr. Georg Schelling (1906-1981) - Annäherungen an eine Priesterbiographie.  Feldkirch 2019, 324 Seiten, Ill., € 19,00.-

 

Mit Beiträgen von Wolfgang Weber, Linus Weber, Michael Fliri

erschienen im November 2019, erhältlich über die Medienstelle zum Preis von € 19,00.-

Georg Peter Schelling wurde 1906 in Buch bei Bregenz geboren und trat nach seinem Studium in Brixen und der Priesterweihe seinen Dienst als Kaplan in Hohenems an. Nach wenigen Jahren wurde er zum Chefredakteur des konservativen Vorarlberger Volksblattes berufen, zog nach Bregenz und leitete in den Jahren 1934-1938 die Geschicke der Zeitung. 1938 wurde er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten unverzüglich ins Konzentrationslager Dachau gebracht, wo er beinahe bis Kriegsende inhaftiert blieb. Im Priesterblock von Dachau wurde er schließlich Lagerkaplan, später Lagerdekan und versuchte so, das Los seiner Mitbrüder zu verbessern. Nach seiner Entlassung und Rückkehr nach Vorarlberg wurde er schließlich Pfarrer in Nenzing, wo er hoch geachtet bis zu seinem Tod als Seelsorger wirkte.

Der Umgang der Nachkriegsgesellschaft mit Verfolgten und Unterdrückten war ebenso wie der innerkirchliche Diskurs von Schweigen geprägt. Die Offenbarung der Verbrechen der Nationalsozialisten führte wohl auch zu einer Sprachlosigkeit, die Schelling durch seine sparsamen schriftlichen Stellungnahmen, etwa zum Tod von Hugo Lunardon, zu überwinden suchte. Ihm war der dokumentarische, aus seiner beruflichen Tätigkeit journalistisch geprägte Blick auf die Ereignisse wichtig. Im Gegensatz zu dieser lebenslänglich zur Schau getragenen Sachlichkeit war sein Beitrag zum Aufbau einer neuen gesellschaftlichen Ordnung vom Gedanken getragen, die ideologischen Gräben der Kriegsjahre in den Hintergrund zu rücken. Diese Einstellung war für seine Tätigkeit als Pfarrer von Nenzing maßgeblich und ermöglichte ihm eine breite Akzeptanz innerhalb der Gemeinde. Dennoch blieben die Jahre der Haft im Konzentrationslager – ob durch seine Besuche mit Gruppen in Dachau oder durch die Treffen der KZ-Überlebenden – ständig präsent. 

Die nun vorliegende Studie von Wolfgang und Linus Weber beschäftigt sich einerseits mit der biographisch-historischen Einordnung der Lebensgeschichte von Msgr. Georg Peter Schelling, andererseits werden zahlreiche Quellen von und über Georg Schelling erstmals der Öffentlichkeit zugemacht.