CSI-Gebet für verfolgte Christen

Jeden Donnerstag von 18:30 - 19:00 Uhr beten wir in der Erlöserkirche einen Rosenkranz vor dem ausgesetzten Allerheiligsten für verfolgte Christen aus der ganzen Welt. 

Weitere Informationen über verfolgte Christen finden Sie unter www.csi.or.at 

Gebetsstunde 

CIN-Gebetsstunde                                                 24.09.2020

Im Namen des Vaters und des Sohnes…

Herr Jesus Christus, wir denken auch heute wieder an die Menschen, die für ihren Glauben leiden, die für ihre Hoffnung bedrängt werden, die für ihre Treue zu dir sterben. 

Nach einem Angriff von Fulani lebt Pastor Daniel in einem Flüchtlingslager in Nigeria. Dort ist die Versorgungslage dramatisch schlecht. Als Partner von Open Doors im Juli dringend benötigte Hilfsgüter lieferten, wurden sie von einer Welle der Dankbarkeit empfangen.

Alle 1500 Bewohner des notdürftig eingerichteten Lagers sind Christen, die hier seit dem vergangenen Mai Zuflucht gesucht haben. Bei ihrer Flucht konnten die Menschen nichts mitnehmen. Auch jetzt wäre es noch zu gefährlich zurückzukehren, um Kleidung oder andere Habseligkeiten zu holen. „Wegen der Angst in mir ist mein Herz beunruhigt. Ich habe immer das Gefühl, dass sie zurückkommen und mich töten werden“, sagte eine Frau, deren Mann den Angriff nicht überlebt hat.

Guter Gott, wir danken dir für die Versorgung der Menschen in diesem Lager. Lass sie im Glauben stark bleiben und Deine Nähe und Versorgung umso mehr erleben.

… Jesus, der von Johannes getauft worden ist.

Auch die Kinder im Lager sind sich der gefährlichen Situation bewusst. Ein vielleicht zwölfjähriger Junge namens John sagt: „Selbst wenn wir Nahrung bekommen, essen wir kaum etwas, weil wir uns Sorgen machen. Wir brauchen wirklich Hilfe! Im Moment haben wir nicht einmal Matten, auf denen wir schlafen können. Wir schlafen auf dem Boden.“

Pastor Daniel erklärt: „Die Menschen sind verwirrt und traumatisiert. Sie müssen erst einmal zur Ruhe kommen. Sie leben wie Schafe ohne Hirten.“

Einer der Helfer beschreibt seine Eindrücke so: „Wir sahen, wie das gespendete Essen – offenbar die einzige Mahlzeit des Tages – sofort zubereitet wurde, um den Schmerz des Hungers zu lindern. Die Menschen brachten allerlei Gegenstände mit, um etwas von dem Essen zu transportieren und ihren hungrigen Kindern etwas zu essen zu bringen.“

Herr, wir vertrauen Dir auch die Verfolger an. Öffne ihr Herz für das Leid, das sie anderen antun. Lass sie dich in den Opfern ihres Handelns erkennen und führe sie auf den Weg der Bekehrung.

…Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.

Die eritreische Regierung hat einem BBC-Bericht zufolge Anfang September 27 Gefangene gegen Kaution freigelassen. Sie waren zuvor jahrelang wegen ihres christlichen Glaubens inhaftiert gewesen. Die Folgen ihrer Haftzeit machen ehemaligen Häftlingen eine Rückkehr ins normale Leben denkbar schwer.

Die 19 Männer und acht Frauen durften das Gefängnis in der Nähe der eritreischen Hauptstadt Asmara Anfang September verlassen. Während einige Berichte ihre Freilassung in Verbindung mit Covid-19 bringen, konnten lokale Kontakte von Open Doors dies nicht bestätigen. Die 27 Christen gehören evangelikalen und Pfingstkirchen an und waren ohne Gerichtsverfahren zu Haftstrafen zwischen vier und 16 Jahren verurteilt worden.

Es ist fast unmöglich zu ermitteln, wie viele Gefangene in Eritrea derzeit aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen festgehalten werden. Hierzu existieren keine offiziellen Statistiken, und die Häftlinge werden nie angeklagt. Lokalen Quellen zufolge verbüßen Hunderte wegen ihres Glaubens langjährige Haftstrafen, Tausende weitere werden in Wellen für kürzere Zeiträume inhaftiert; die Haftbedingungen sind dabei oftmals menschenunwürdig. Im vergangenen Jahr berichtete Open Doors von einer Verhaftungswelle, bei der die Festgenommenen in unterirdischen Tunneln gefangen gehalten wurden. Häufig dienen auch Schiffscontainer als Gefängniszellen.

Guter Gott, stärke unsere verfolgten Glaubensgeschwister und lass sie erkennen, dass Du auch in größter Not bei ihnen bist. 

…Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.

Bereits 2017 wurde Shiden nach über zehnjähriger Haftzeit entlassen. Er ist heute Mitte 30 und fand als Teenager zum Glauben an Christus. Mit Anfang 20 wurde er bei geheimen Gottesdiensten erwischt und mit etwa 40 anderen Christen verhaftet. Er verbrachte mehr als ein Jahrzehnt in verschiedenen Gefängnissen, bevor er schließlich ohne jede Erklärung freigelassen wurde. Seine Mutter berichtet, dass ihr Sohn völlig abgemagert nach Hause zurückgekehrt sei. „Er stotterte, wenn er sprach, und hatte immer wieder mit starken Depressionen zu kämpfen.“ Sein Bruder ergänzt: „Wir mussten ihn ständig beobachten, auch nachts, um sicherzustellen, dass er sich nichts antut.“

Vater im Himmel, wir beten für Shiden und alle verfolgten Christen in Eritrea. Heile ihre Wunden an Seele und Körper.

…Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist.

Der vietnamesische Pastor A Dao wurde 2016 verhaftet, als er nach seiner Rückkehr von einer Konferenz für Religions- und Glaubensfreiheit in Osttimor auf dem Weg zu einigen Mitgliedern seiner Kirche war. Seine Familie wurde über seine Verhaftung nicht informiert und hörte fünf Tage lang nichts von ihm. Im April 2017 wurde Pastor A Dao wegen „illegaler Einreise nach Thailand“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Nun wurde er nach über 4 Jahren Gefängnis überraschend freigelassen.

Nach wie vor gibt es Berichte über schwere Verletzungen der Religions- und Glaubensfreiheit gegen jede größere Religionsgemeinschaft in Vietnam, darunter Buddhisten, Katholiken und Protestanten. Die Verstöße reichen von Belästigung, Einschüchterung und aufdringlicher Überwachung bis hin zu Festnahme, Inhaftierung, Folter und außergerichtlicher Tötung.

Allmächtiger Gott, Dein Geist weht, wo er will. Wir beten für eine gerechtere Welt, in der weder Religionszugehörigkeit noch Ethnie, weder Geschlecht noch Alter zu Diskriminierung, Unterdrückung oder Verfolgung führen. 

… Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Herr Jesus Christus, Sohn des Vaters, sende jetzt deinen Geist über die Erde. Lass den Heiligen Geist wohnen in den Herzen aller Völker, damit sie bewahrt bleiben mögen, vor Verfall, Unheil und Krieg. Möge die Frau aller Völker, die selige Jungfrau Maria, unsere Fürsprecherin sein. 

Im Namen des Vaters…

Danke für Euer Mitbeten!