Kirche der Zukunft - in Lustenau

Im Juni 1993 erschien in der „Begegnung“ ein Artikel „Wieder ein eigener Pfarrer“, der sich mit der zu erwartenden Situation eines drängenden Priestermangels beschäftigte. Was in den vergangenen Jahrzehnten wahr wurde, hatte sich also schon damals abgezeichnet. Viel zu wenige Priester müssen die Gläubigen in unserem Land betreuen.

In den gewohnten und lieb gewordenen, bequemen Formen kann es nicht weitergehen!

Das weiß man natürlich im bischöflichen Ordinariat in Feldkirch, und in Zusammenarbeit mit den Gläubigen vor Ort wurden und werden gerechte Lösungen für alle gesucht. Die heutige Anzahl der Priester in Lustenau wird in absehbarer Zukunft nicht zu halten sein. Neue Lösungen werden schon seit vielen Jahren angedacht.

Im Jahr 2017 wandte sich der Pastoralamtsleiter in der „Begegnung“ an die Lustenauer Katholiken und stellte den Fahrplan für die folgenden Jahre vor. Zuvor war schon in den zuständigen Gremien der drei Lustenauer Pfarreien und im Ordinariat in Feldkirch intensiv einzeln beraten worden. Unter anderem hatten sich die Priester, die Pfarrkirchen- und Pfarrgemeinderäte an einem gemeinsamen Überlegungs- und Planungstag im Seniorenhaus Schützengarten mit der Diözesanleitung samt Bischof Benno getroffen und gemeinsam überlegt. Nach einem langen Prozess, der sich durch viele Jahre hingezogen hatte, stellte schließlich Pastoralamtsleiter Martin Fenkart allen Lesern einen Fahrplan vor, der coronabedingt etwas später als vorgesehen beginnt, aber nach wie vor Gültigkeit besitzt.

Jetzt ist es – leider – so weit: Die Anzahl der Priester in Lustenau muss verringert werden.

Pfr. Josef Drexel von St. Peter und Paul hat um seine Pensionierung angesucht und wird seinen mehr als verdienten Ruhestand im September 2022 antreten. Zeitgleich wird Pfr. Anton Cobzariu in der Pfarre Zum Guten Hirten seinen Dienst beenden. Gleichzeitig für beide Pfarreien wird dann ein Pfarrmoderator zuständig sein. Er wird von einem pastoralen Laienmitarbeiter und nach Verfügbarkeit von einem Kaplan unterstützt werden. Die beiden Pfarrsekretariate werden wie bisher weitergeführt.

Es bleiben auch die beiden Pfarreien zur Gänze erhalten. Jede hat ihren eigenen PKR und PGR, die eigene Wirtschaftsrechnung, ihre Arbeitskreise, Mitarbeiter, etc. 

Der Dienst des Pfarrmoderators, der die Stelle der beiden Pfarrer übernehmen wird, wird in den ersten Monaten des kommenden Jahres ausgeschrieben werden. Gemeinsam mit den Pfarrgemeinderäten der beiden Pfarreien wird dann die Entscheidung durch die diözesane Pastoralkommission und Bischof Benno fallen. Im September des kommenden Jahres beginnt also eine neue Epoche in der Geschichte der Lustenauer Kirche.

Die Ausschreibung der Pfarrmoderatorenstelle für Kirchdorf und Hasenfeld erfolgt auch mit Blick auf die Zukunft. Es ist vorgesehen, dass der neue Priester in absehbarer Zeit zusätzlich auch die Leitung der Erlöserpfarre übernehmen wird. Es wird ein gemeinsamer Seelsorgeraum Lustenau entstehen. Über die personelle Ausstattung gibt es Überlegungen, aber die Zukunft wird erst die konkreten Schritte weisen. Über den Zeitpunkt der Gründung des Seelsorgeraums Lustenau, der dann alle drei Pfarreien umfassen wird, werden sich Bischof Benno und Pfarrer Thomas einigen.

Hoffen, glauben und beten wir für eine gute Lösung!

Markus Hämmerle