Diakon Werner:

Liebe Pfarrgemeinde!

Da ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Dienst als Diakon beenden muss, möchte ich mich auf diesem Weg offiziell verabschieden. 
Ich tue dies mit einer gewissen Wehmut, da mich alles, was ich in und für die Gemeinde tun durfte, mit großer Freude erfüllt hat, vor allem aber auch in großer Dankbarkeit.  
Dieser Dank gebührt zuallererst Gott, der mich trotz meiner persönlichen Grenzen zu diesem Dienst berufen hat, dann aber auch in ganz besonderer Weise meiner Frau Hannelore sowie meinen Kindern, die mich mit großem Verständnis durch all die Jahre begleitet haben.
Danken möchte ich aber auch auf diesem Weg Pfarrer Josef Marte, der von allem Anfang an mich als Diakon angenommen und unterstützt hat und damit ganz wesentlich zum Verständnis auch in der Pfarrgemeinde für das neue Amt eines Diakons beigetragen hat.

Mein besonderer Dank gilt aber auch Pfarrer Thomas Sauter, der mich unterstützt hat, wo er konnte, und mir in den letzten Jahren immer mehr zum wirklichen Freund und Mitbruder geworden ist.
Und schließlich möchte ich mich bei allen von ganzem Herzen bedanken, die mir in vielfacher Weise ihre Wertschätzung gezeigt haben. Zugleich bitte ich um Verzeihung, wenn ich jemandem in irgendeiner Weise zu nahegetreten sein sollte, was aber nie mit Absicht geschehen ist.

Diakon Werner“  

 

Pfarrer Thomas Sauter

„Lieber Diakon Werner,

Irgendwie habe ich es ja geahnt, dass eine Änderung kommen würde und trotzdem war ich bzw. waren wir überrascht, als Du uns bei einer Dienstbesprechung vor ein paar Wochen mitgeteilt hast, dass Du den Dienst des Diakons nicht mehr ausüben kannst.
Am 9. Dezember 1973 wurdest Du zum ständigen Diakon geweiht und Du warst einer der ersten, der diesen Dienst ehrenamtlich übernommen hat. Und wie Du diesen Dienst dann übernommen hast: 100%ig, voller Freude, mit ganzem Einsatz und voller Begeisterung – mit Familie und Arbeitsplatz. 
Doch Du warst nicht nur Diakon bei uns im Rheindorf, sondern auch Mesmer, Kantor, sowie in verschiedenen Arbeitskreisen und im Pfarrgemeinderat beheimatet und tätig. In der Diözese warst Du lange Jahre für die Ausbildung der ständigen Diakone zuständig. 
Dir zur Seite gestellte Pfarrer hattest Du nicht viele: Pfarrer Marte und mich. Kapläne waren es schon mehrere, aber die letzten Jahre auch nicht mehr. So waren wir beide mehr oder weniger immer zu zweit, allein, auf den vordersten Plätzen. Fast wie Vater und Sohn. 

Du schriebst, dass wir über die Jahre Mitbrüder bzw. Freunde geworden sind. Ja, das stimmt! Gleichfalls. Denn als ich 2003 kam, warst Du bereits 64 Jahre alt. Eigentlich reif für den verdienten Ruhestand. Aber da ging es nochmals so richtig los für Dich, zumal ich ja ein ganz anderer „Pfarrer-Typ“ war, wie mein Vorgänger und sich auch so manches ändern würde. Und Geprägt wurdest Du ja von Pfarrer Marte und der Zeit nach dem Konzil. Ich kann mir denken, dass Deine Flexibilität und Lebendigkeit sicherlich manchmal hart auf die Probe gestellt wurden. Auch hattest Du viel mehr zu tun, denn ich war ja allein, hatte keinen Kaplan mehr. Doch Du bist draufeingestiegen, bist die letzten 15 Jahre mit mir gegangen und hast mich unterstützt, wo Du nur konntest! Danke!

Was hat uns beide verbunden? Ich glaube, die Antwort ist einfach: die Sorge um die Menschen: für sie da zu sein, aber auch unser gemeinsames Thema, der barmherzige Gott. Über das hast Du oft und oft und oft gepredigt, das war und ist auch mir ein Anliegen. Und was noch war, ist die Liebe zur Erlöserkirche und der dazugehörigen Pfarre, das heißt den Menschen, die hier leben. Aber auch die soziale Verantwortung von uns Christen war Dir ein großes Anliegen. Manch politische Predigt hast Du gehalten.

Jetzt hast Du Deine Emeritierung eingereicht. Wie wird es für mich als Pfarrer bzw. für die ganze Pfarrgemeinde sein, wenn Du nicht mehr unser Diakon bist und Dein Platz leer bleibt? Und auch: wie wird es für Dich sein? Immerhin hattest Du ja so ziemlich regelmäßig den Predigtdienst in der Erlöserkirche bzw. die Trauerbesuche bei Sterbefällen übernommen und hattest bei allen Gottesdiensten assistiert. Dass Du einen Gottesdienst im Volk mitgefeiert hättest, kam Dir, zumindest während meiner Zeit, gar nie in den Sinn. Du warst ständig an meiner und ich an Deiner Seite.

Was wir aber auch taten, war zusammen lachen. Du hattest Humor! Du liebtest den Humor und die kleinen Späßchen! Doch mussten wir auch miteinander schmerzliche Gottesdienste feiern, wo uns beiden sicherlich zum Weinen zumute war. Doch gemeinsam haben wir alles geschafft, gemeinsam sind wir immer vom Friedhof zurück in die Sakristei marschiert. Doch auch dies wurde Dir zu beschwerlich.

Lieber Herr Diakon, lieber Werner! Die Zukunft wird nicht nur für Dich anders werden, sondern auch für mich und für uns alle, die ganze Pfarrgemeinde. Du wirst fehlen. Aber wir gönnen Dir das!

Wenn ich jetzt einen Schluss ziehe, dann mit einem Lied: „Ich hatt’ einen Kameraden, einen besseren findest Du nit.“ Danke, Werner, für Deine Dienste, Deine Freundschaft, Deine Treue und Liebe zur Kirche, Dein Ertragen und Verzeihen. Danke für Deine Verkündigung der Frohbotschaft! Danke, Werner, für Dich. „Der Herr segne und behüte Dich!“ Gott möge Dir all Deinen Einsatz vergelten und in den Jahren, die Dir noch geschenkt sind, einen gesegneten Lebensabend bereiten.

Im Namen der ganzen Pfarrgemeinde,

Pfr. Thomas

 

 

Verabschiedung von Diakon

Werner Scheffknecht am

Sonntag, 27. Januar 2019

Programm:

9.30 Uhr Festgottesdienst
(Musikalische Gestaltung: Kirchenchor)
Anschließend an den Festgottesdienst sind alle herzlich zu einer Agape ins Pfarrcenter eingeladen.