Fasten wird immer moderner. Ein Trend, dem auch die "AKTION.TROCKEN" folgt und heuer erstmals mittels App zum (gemeinsamen) bewussten Alkoholverzicht aufruft. Fakt ist nämlich, dass Österreich im internationalen Vergleich in punkto Alkoholkonsum im Spitzenfeld liegt. "Weniger Alkohol, mehr Lebensqualität" lautet deshalb das Motto von "AKTION.TROCKEN", einer Aktion der SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe, der Caritas – Fachbereich Suchtarbeit, der Katholischen Jugend und Jungschar sowie des Vorarlberger Familienverbandes.

Bild oben: Pfarrer Wilfried Blum, Walter Schmolly (Direktor der Caritas Vorarlberg), Andreas Prenn (Stellenleiter der SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe) und Nadin Hiebler (Leitungsteam der Katholischen Jugend und Jungschar) "üben" bei der Pressekonferenz schon für die Fastenzeit (v.l.).

Zwölf Liter Reinalkohol trinkt der bzw. die Durchschnitts-ÖsterreicherIn pro Jahr. Auf Bier umgerechnet sind das 270 Liter pro Person. Ob das in einem gesundheitlich gut verträglichen Maß liegt, muss jede/r für sich selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass man sich mit der Teilnahme an der AKTION.TROCKEN in der Fastenzeit so 34,5 Liter Bier "sparen" könnte, hält Andreas Prenn, Stellenleiter der SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe fest.

Ein Gläschen in Ehren...
Alkoholkonsum ist in Österreich ein fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens - wie oft bzw. wie viel man im Laufe von 40 Tagen trinkt, ist den meisten gar nicht bewusst. Ein "Problem", auf das die neu konzipierte AKTION.TROCKEN Kampagne hinweist: einfach und praktisch mit einer neuen App. „Simon Buchhäusl, Stefan Feuerstein und Simon Libiseller, Schüler der HTL Dornbirn und Fabian Achammer, Student an der FH Oberösterreich – Campus Hagenerg, programmierten die App während der letzten Sommerferien bzw. im Rahmen eines Matura-Projekts. Die kostenlose App – verfügbar für iOS und Android – unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AKTION.TROCKEN beim Sammeln von alkoholfreien Tagen", erkärt Prenn.

Alkoholfreie Tage sammeln - wie soll das funktionieren?
Die App funktioniert ganz einfach: Geschlecht, Geburtsjahrgang und Bundesland angeben, der Rest bleibt anonym. "Die Userinnen und User können sich dann auch verschiedenen Gruppen anschließen und weitere Personen zu dieser Gruppe einladen. Dies ist vor allem für Betriebe, Institutionen, Vereine und im Freundeskreis interessant", so Prenn. Dank der App können Fortschritte mit anderen verglichen werden und seien wir uns ehrlich: gemeinsam fasten erleichtert den Verzicht und motiviert. „Übersichtliche Statistiken zeigen auf, wie viele Verzichtstage man bereits gesammelt halt, in welchen Situationen man einen ‚Joker’ gezogen hat und wie viele Verzichtstage noch vor einem liegen. Darüber hinaus sendet die App in regelmäßigen Abständen Tipps und motiviert zum Weitermachen“, ergänzt Nadin Hiebler vom Leitungsteam der Katholischen Jugend und Jungschar.

Und was bringt das ganze Alkohol-Fasten?
„Wir vier Träger der AKTION.TROCKEN hoffen, dass viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Unterstützung der AKTION.TROCKEN-App die Erfahrung machen, dass weniger mehr sein kann. 40 Tage auf Alkohol zu verzichten, ist nämlich auch die Chance, eine Erfahrung von Freiheit und Selbstbestimmung zu machen, weil man ganz bewusst Herr und Frau der eigenen Konsumgewohnheiten ist und die Selbstverständlichkeit des Alkoholkonsums unterbricht. In dieser Freiheit und Selbstbestimmung liegt Lebensqualität", motiviert Caritasdirektor Walter Schmolly.

Eine Aktion mit Tradition
Im Jahr 1979 rief Pfarrer Wilfried Blum – damals Kaplan in der Pfarre Götzis – die Aktion Trocken ins Leben und motivierte Götzner Jugendliche in der Fastenzeit auf Alkohol zu Verzichten. „Die Initiative war erst als kleine gemeinsame Aktion vor allem mit Jugendlichen angedacht, doch bereits im ersten Jahr beteiligten sich schon unzählige Götznerinnen und Götzner. Die Liste mit Personen, die während der Fastenzeit auf Alkohol verzichten wollten, wurde von Tag zu Tag länger. Ich freue mich sehr, dass die AKTION.TROCKEN 37 Jahre nach dem ersten Aufruf heute immer noch besteht und von diesen vier Institutionen mit so viel Elan weitergetragen wird“, so der Initiator, Pfarrer Wilfried Blum.

Wann gehts los?
Die Fastenzeit 2016 beginnt am Aschermittwoch, den 10. Februar 2016. Die AKTION.TROCKEN-App wird aber schon ab dem 1. Februar unter www.aktiontrocken.com verfügbar sein. Genug Zeit, um sich innerlich darauf vorzubereiten und andere zu motivieren, mitzumachen.