Die vor einem Jahr in Kraft gesetzten neuen Leitlinien für die Firmung in der Diözese Feldkirch zeigen Wirkung. Mit unterschiedlicher Geschwindigkeit machen sich die Pfarren auf den Weg der Veränderung.

Letztes Jahr an Pfingsten wurden die neuen Leitlinien für die Firmpastoral von Bischof Benno in Kraft gesetzt – ein bedeutender Meilenstein für unsere Diözese, der so einiges ins Rollen bringt. Das Interesse am Thema ist groß und so auch die Anfragen bezüglich Information und Beratung im Rahmen von PGRs, Firmteam-Sitzungen, Dekanatsabenden, aber auch für die Prozessbegleitung. Manche Pfarren und Pfarrverbände befinden sich ganz am Anfang, andere sind mitten in der Auseinandersetzung, und wieder andere haben sich schon für den Zeitpunkt der Umstellung entschieden. Zu den Pfarren, die gerade in der Übergangsphase sind (Seelsorgeräume in Bregenz und Dornbirn, Hard, Feldkirch Altenstadt-Levis, Satteins), gesellen sich nun jedenfalls noch weitere dazu. Die Geschwindigkeiten sind unterschiedlich – und das ist auch gut so. Denn natürlich sind Fragen und Unsicherheiten da, wie immer, wenn etwas in Veränderung begriffen ist.

Fünf Säulen und die FirmbotschafterInnen

„Das große Interesse am Thema zeigte sich auch bei der Firmtagung vergangenen Februar in Dornbirn,“ freut sich Brigitte Dorner von der Jungen Kirche, „und die nächste Tagung im März kommenden Jahres ist bereits jetzt in Planung.“ Bei dieser Veranstaltung konnten viele Fragen geklärt werden, mitunter auch direkt mit den Jugendlichen – den „FirmbotschafterInnen“ - die selbst mit 17 Jahren gefirmt wurden und somit die idealen Ansprechpartner/innen sind, weil sie Erfahrungen aus erster Hand zu bieten haben. Auch Ideen und konkrete Tipps zur Firmvorbereitung konnte man sich dort holen. Die Leitlinien umfassen nämlich fünf Säulen zur inhaltlich-praktischen Ausrichtung, die einen großen Gestaltungsspielraum für die Pfarren bieten: 

  1. Die eigene Originalität entdecken und stärken
  2. "Wo zwei oder drei beisammen sind" - Christsein in Gemeinschaft
  3. Dem Heiligen Geist auf der Spur
  4. Das Engagement für die Nächsten und die Schöpfung
  5. Wege des eigenen Glaubens 

Junge Menschen lassen sich auf dem Firmweg berühren, inspirieren, stärken, herausfordern; sie sind kreativ, kritisch, neugierig und stellen Fragen – so zum Beispiel im Frühjahr bei der diözesanen Veranstaltung „FAQ -  über Kirche, Gott und die Welt“ für Firmlinge ab 16 Jahren, bei der das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast mit ca. 200 Jugendlichen fast aus allen Nähten platzte. Firmlinge aus Bregenz kamen im Hochseilgarten an ihre Grenzen und erfuhren dort gemeinsam mit ihren Paten und Patinnen, was Balance, Mut und Vertrauen bedeutet. Andere Firmlinge waren im Rahmen von Straßenexerzitien auf den Spuren des Heiligen Geistes. Unkonventionelle Wege und Mut zum Experiment sind durchaus gefragt!

Firmvorbereitung heute hat viele Facetten und trägt - im wahrsten Sinne des Wortes – viele Gesichter. Viele Menschen sind eingebunden, um junge Leute auf dem Weg zu begleiten. Das Wesentliche geschieht in Beziehungen. Und manchmal passiert es auch, dass Firmlinge selbst zu Firmbegleiter/innen werden. 

Heuer haben sich jedenfalls in Vorarlberg wieder an die 2.000 Firmlinge auf den Firmweg gemacht, um in den Wochen rund um Pfingsten das Sakrament der Firmung zu empfangen und ihren Auftrag als gefirmte Christinnen und Christen „offiziell“ anzunehmen. „Challenge accepted!“ Aber bitte mit Unterstützung von oben!