Die Heiligen! Sind das nicht Menschen aus längst vergangenen Zeiten? Märchengestalten wie in der Bibel? Als alle noch so fromm waren? Nein!! Und vor allem stimmt es ja gar nicht, dass früher alle so fromm und heilig waren. Es gibt einen Text, der das gut auf den Punkt bringt:

„Wenn du das nächste Mal denkst, Gott könne dich nicht gebrauchen, dann denk dran:

  • Abraham war zu alt
  • Isaak war ein Tagträumer
  • Jakob war ein Lügner
  • Lea war hässlich
  • Mose hatte vermutlich ein Sprachproblem
  • Gideon war ängstlich
  • Rahab war eine Prostituierte
  • Jeremia und Timotheus waren beide zu jung
  • David hatte eine Affäre und war eine Mörder
  • Elia hatte selbstmörderische Gedanken
  • Jona lief weg von Gott
  • Petrus verleugnete den Herrn (3 Mal!)
  • Die Jünger schliefen beim Beten ein
  • Zachäus war zu klein
  • Timotheus hatte ein Magengeschwür … UND
  • Lazarus war tot!
  • Nun! Keine weiteren Entschuldigungen! Gott braucht dich!“


Die Logik der Heiligkeit
Die „Logik der Heiligkeit“ ist nicht „gut sein, damit Gott dich gern hat“, sondern genau anders herum: Du bist Gottes geliebtes Kind! Das ist das Licht und die „superpower“ in deinem Leben. Mit diesem Licht und dieser „superpower“ kannst du immer wieder von neuem gut sein. Denn von Gott her gesehen ist letztlich alles gut – auch wenn (noch) nicht alles gut ist.
Das Buch Exodus erzählt, dass Gott seinem Volk zuerst die Freiheit schenkt – gratis. Und mit diesem Geschenk beginnt erst alles. Gott nennt sein Volk „heilig“, nicht´, weil sie alle so supertoll sind, sondern weil Gott sein Volk ganz besonders liebt. Auf diese Idee vom „heiligen Volk Gottes“ bezieht sich der Apostel Petrus, wenn er schreibt:
„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. (1Petr 2,9)
In biblischer Sprache klingt das etwas altmodisch oder auch pathetisch. Aber es bringt zum Ausdruck, wie Gott über uns denkt. Es ist das wunderbare Licht, in dem wir leben, und unsere „superpower“.

„What’s your superpower?“
Heilige geben mir Inspiration und Mut für mein Leben. Mein Lieblingsheiliger ist Don Bosco und ein genialer Spruch von ihm ist: „Lebe mit den Füßen auf der Erde und mit den Herzen im Himmel!“
Peter Rinderer, Priester, Salesianer Don Boscos, Thüringerberg / Wien

„Ignatius von Loyola ist ein alltagstauglicher Heiliger. Von ihm stammen nützliche Werkzeuge, wie man schwere Entscheidungen gut treffen kann und er hilft uns, das Wirken Gottes in unserem Alltag immer wieder neu zu entdecken. Jeden Tag können wir den Blick dafür schärfen, dass Gott unser Leben begleitet.“
Mathias Bitsche, Kaplan, Bludenz / Rom

„Für mich persönlich ist der Heilige Papst Johannes Paul II besonders wichtig. Er ist ein Mensch, der in einer bewegten Zeit die Welt verändert hat – auch politisch. Außerdem hat er uns viele Gedanken und viel Inspiration über die Wichtigkeit von Beziehung und Familie geschenkt.“
Maria Herburger, Lehrerin, Hohenems

„Die Heilige Theresia von Lisieux mag ich gerne. Ihre Vorstellung, wie man in den Himmel kommt heißt darauf vertrauen, dass uns ein Lift nach oben zieht. Heilige sind also keine perfekten Menschen, sondern durch den Fahrstuhl beförderte Menschen. Klingt entspannend. Theresia meint, wenn man eine Stecknadel am Boden liegen sieht, dann kann man sie nicht sehen oder sehen. Man kann sie sehen und liegen lassen oder sehen und aufheben. Man kann sie aber auch sehen und mit Liebe aufheben und das macht einen großen Unterschied.“
Martin Fenkart, Pastoralamtsleiter, Hohenems

FABIAN JOCHUM
Junge Kirche Vorarlberg
Jugend- & Jungscharseelsorger

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