Am 10. Dezember fand in der Dornbirner Innenstadt zum ersten Mal ein Lichtermarsch für verfolgte Christen statt. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte luden Altkatholiken, Freikichler, Katholiken und Serbisch-Orthodoxe gemeinsam zu diesem Marsch ein, um auf das immense Leid der weltweiten Christenverfolgung aufmerksam zu machen.

Rund 200 Personen bildeten einen beachtlichen Lichterzug, der vom Marktplatz über die Schulgasse und Marktstraße zur Kapuzinerkirche zog. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Gebet der zahlreichen Christen unterschiedlichster Herkunft in der Kapuzinerkirche. Gemeinsam traten alle dafür ein, dass das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit weltweit stärkere Beachtung findet und die Verfolgungen aufgrund des Glaubens, beendet wird. Bischof Benno Elbs beteiligte sich auch am Lichtermarsch und sprach eine Fürbitte für die notleidenden Christen aus. Die Veranstaltung wurde von der Christian Solidarity International (CSI) Dornbirn tatkräftig unterstützt.

Beinahe alle Länder dieser Erde bekennen sich zu den Menschenrechten. Zugleich werden von vielen Ländern diese elementarsten Rechte grundsätzlich missachtet. Häufig trifft dies auf das zentrale Menschenrecht der Religions- und Weltanschauungsfreiheit zu. Diese Verfolgung aus Glaubensgründen betrifft viele Religionen. Am stärksten betroffen sind Christen.

Menschenrecht auf freie Religionsausübung

In Art 18 dieser Erklärung ist die Glaubensfreiheit grundgelegt. Er lautet:

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Bei uns in Europa sind diese grundlegenden Menschenrechte eine Selbstverständlichkeit. Obwohl die meisten Staaten dieser Erde sich zu den Menschenrechten bekennen, bleibt das grundlegende Recht der Religions- bzw. Glaubensfreiheit vielen Menschen dieser Erde verwehrt.

Christen werden in Nordkorea am stärksten verfolgt

Die Verfolgung beschränkt sich nicht auf aktuelle Krisenherde wie Syrien, Irak oder Nigeria. Der Blick auf die Zahl verdeutlicht dies: 100 Millionen Christen werden in mehr als 100 Ländern der Erde verfolgt. Die Organisation Open Doors gibt jährlich einen „Weltverfolgungs-Index“ heraus, indem sie die 50 Länder darstellt, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Platz 1 nimmt zum 13. Mal in Folge das kommunistische Nordkorea ein, dicht gefolgt von Krisenregionen Somalia, Irak, Syrien, Afghanistan.

Diskriminierung im Alltag

Trotz der Eskalation der Gewalt beispielsweise im Nahen Osten hat sich die Diskriminierung im Alltag noch stärker gesteigert. Aus seiner Familie oder aus seinem sozialen Umfeld verstoßen zu werden oder seinen Arbeitsplatz aufgrund seines Glaubens zu verlieren, bei den Behörden keine Gleichbehandlung zu erfahren oder seine Rechte nicht geltend machen zu können und dabei im schlimmsten Fall sein Hab und Gut zu verlieren, sind Szenarien, die auch Christen im westlichen Ländern betreffen. Rein zahlenmäßig betrachtet ist  diese Art von Diskriminierung noch viel stärker im Vormarsch als Terror- oder Gewaltakte.