Der Tod gehört nun mal zum Leben dazu. Das wusste schon Forrest Gump und trotzdem schockiert es immer wieder, wenn ein lieber Mensch von uns geht. Dass nicht immer die Trauer im Vordergrund steht, beweist der „Día de los Muertos“ (Tag der Toten) ein Brauchtum aus Mexiko. Über die Jahrhunderte hat sich dieses traditionelle Mexikanische Fest mit der christlichen Tradition von Allerseelen vermischt. Dort feiern die Lebenden fröhlich und ausgelassen das Totengedenken.

Diese Einstellung hat sich die Junge Kirche Vorarlberg auch heuer wieder zum Vorbild genommen und feierte in der Nacht vor Allerheiligen den „Día de los Muertos“ mit einem Night Walk. Bei einem Spaziergang durch die Gassen Feldkirchs wurde den Toten gedacht und das Leben gefeiert.
„Wir lassen eine Tradition mexikanischen Ursprungs hochleben, die Leben und Tod in ihrem Zusammenhang feiert. Das ist Leben pur und Religion im besten Sinne des Wortes: Wir begehen mit einem fröhlich-tiefsinnig-ernsten Ritual, was wir mit Worten nicht erklären können“, erklärt Jugendseelsorger Fabian Jochum.

Christliches Hochfest in anderem Kleid

Allerheiligen ist eines der höchsten christlichen Feste. Für Erwachsene ist das Angebot, an diesem Tag der Toten zu gedenken, breit gefächert. Speziell für Jugendliche hingegen wird wenig angeboten. Und weil das Bedürfnis diesen Tag zu feiern auch bei jungen Leuten spürbar ist, bot die Junge Kirche Vorarlberg den Night Walk an. Mit Halloween hatte das Ganze also nichts zu tun, denn es ging nicht ums Gruseln oder Erschrecken. Vielmehr stand das Fest Allerseelen im Vordergrund, nur eben in der Form, wie es die Christen in Mexiko schon seit Jahrhunderten zu feiern pflegen.

Der Tod gehört nunmal zum Leben dazu

Am 31. Oktober, sobald es dunkel wurde, versammeln sich alle, die mitgehen wollten, auf dem Platz vor der Johanniterkirche. Damit auch der Style zum Thema passt, gab es die Möglichkeit, sich Schminken zu lassen.
Begleitet vom Master of Ceremony, Stefan Bösch, startet der Umzug um 20:00 Uhr. Beim Walk durch die Feldkircher Innenstadt wurde an fünf inhaltlichen Stationen, der Toten und dem eigenen Leben gedacht. Gleich am Anfang durften alle eine Kerze anzünden und den Namen eines lieben verstorbenen Menschen darauf schreiben. Diese wurden den ganzen Weg mitgenommen. Auch von schlechten Gewohnheiten konnte man sich verabschieden und einem/einer Unbekannten einen lieben Wunsch mitgeben. Zum Schluss gab es für alle in Gläschen Sekt zum Anstoßen, und zwar auf das Leben und den Tod. Denn was wäre das Eine ohne das Andere?
Begleitet wurde der Umzug vom Punschwagen der Rankler Minis. Auch für die Ohren gab es was Feines, denn für musikalische Begleitung sorgte nämlich die Mariachi-Band „Yoliztli“.
Und weil es ja auch ums Leben ging standen nach dem Night Walk im Bunt Tür und Tor zum ausgelassenen feiern offen.