Leitartikel der Sonderausgabe des Pfarrblattes von Hohenems "Pfingstwurfsendung" Juni 2020


Verschlossene Türen, Sprachlosigkeit

Die Apostel waren vor Pfingsten unter sich – unfreiwillig. Aus Angst hatten sie die Türen verschlossen, sie trauten sich nicht hinaus. Der Bezugspunkt war Ihnen abhandengekommen.
Eine Situation, in der wir uns nach Ende der Corona-Quarantäne wiederfinden können. Auch wir haben Trennung, Sprachlosigkeit erfahren und dann: dann öffnen sich die Türen. Der Hl. Geist ermutigt die Apostel hinauszugehen. Er schenkt ihnen eine verständliche Sprache.

Vertrauensfrage

Die Apostel haben dem Hl. Geist vertraut, sich von ihm bestärken lassen. Auch in den Zeiten der Krise wurde die Vertrauensfrage immer wieder gestellt. Auch uns lädt Gott ein, heute seinem guten Geist zu vertrauen. Er ist der „Beistand“, der uns zur Seite steht, uns hinausbegleitet, Sprache schenkt und uns Schritte aufeinander zu gehen lässt. Der Hl. Geist ist Gottes Ermutigung, ihm zu vertrauen – in allen Lebenslagen.

Beistehen

Wenn man Beistand und Hoffnung erfahren hat, kann man selber beistehen und Hoffnung schenken. Gerade in den vergangenen Wochen haben Menschen immer wieder Beistand und Ermutigung erfahren: durch professionelle Unterstützung, durch Nachbarschaftshilfe, durch ein gutes Wort… Nehmen wir diese Erfahrungen mit, um auch weiterhin Menschen zu bestärken und ermutigen, wenn z.B. Einsamkeit oder Trennung Sorge bereiten. Ostern in der Corona-Zeit und Pfingsten am Ende der Corona-Zeit wollen eine Ermutigung sein solche Erfahrungen von Beistand weiterleben zu lassen. Ein JA zum Leben, ein JA zur Gemeinschaft – auch dafür steht Pfingsten. So können aus der Krise österliche und pfingstliche Erfahrungen immer mehr wachsen.

Thomas Heilbrun, Pfarrer
Franz Ulbing, Vikar
Roland Sommerauer, Diakon
Johannes Reis, PGR St. Karl