(M)eine spirituelle Corona-Zeit-Erfahrung

Ich bin seit den 60er Jahren als christlich eingestellte Person von Jugend an Gottesdienstbesucher und fühle mich dabei glücklich und zufrieden. Lange Jahre war ich in der Pfarre ehrenamtlich tätig, und habe auch in vertraulichen Bereichen und Funktionen mitgearbeitet bzw. diese geleitet, u.a. viele Jahre als Obmann des Kirchenchores. In dieser Zeit durfte ich viel lernen und sehr erfreuliche Erfahrungen machen. Aber auch unerfreuliche Begegnungen begleiteten mich.
Mit Auftreten der Corona-Krise erlebten wir alle etwas nie Dagewesenes. Es durften keine Gottesdienste mehr zusammen mit Gläubigen in der Kirche abgehalten werden. Die heiligen Messen wurden im Radio oder TV mitverfolgt.
So haben sich – besonders auch für die Kar- und Osterzeit – die Verantwortlichen unserer Pfarre viel einfallen lassen. Obwohl die Kirche „offiziell“ nicht besucht werden konnte, stand die Tür immer einladend offen! Bunte Tücher, Symbole, Steine, Ziegelsteine, Kerzen, Überraschungen aus der Natur und Bibeltexte brachten viel Licht, Freude und Hoffnung in unsere Herzen.
Am 17. Mai öffneten sich nun wieder die Kirchenpforten. Doch nur wenige Gläubige wagten an diesem Sonntag den Weg in unsere Kirche. An Christi Himmelfahrt waren es schon mehr Mutige, und am Pfingstsonntag konnte ich wieder mit vielen Bekannten gemeinsam einen vom Geist erfüllten Gottesdienst mitfeiern. Das Orgelspiel von Gisela Hämmerle, das durch die Klänge einer Geige begleitet wurde, machte den Gottesdienst besonders feierlich. Pater Inosens leitete die Feier und berührte uns alle mit zwei Liedern aus seiner Heimat Indonesien. Er selbst ließ die Saiten seiner Gitarre erklingen und wurde dabei vom indonesischen Mitbruder Yohannes und Karin Klinger begleitet.
Ich möchte mich bei unserem jugendlichen Pfarrer Dominik bedanken, der sich in einer modernen Kirche eine Technik vorstellt, welche dem Mitfeiernden die Frohe Botschaft nicht nur hörbar, sondern auch mit Bildern vor Augen  führt.
Auch der Gemeindeleiterin Birgit ein herzliches DANKE.
Mit ihrer Kreativität und ihren Ideen brachten sie uns auch in einer schwierigen Zeit, auf besondere Weise, Gott näher durch gelebte Seel-Sorge!
Walter Kettner